Marode Schienen

Bahnnetz lässt deutsche Wirtschaft auf der Strecke

Wirtschaft
05.06.2026 18:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Probleme auf Deutschlands Schienennetz wirken sich zunehmend auf die Wirtschaft aus. Stahlunternehmen und private Güterbahnen warnen vor Lieferengpässen, steigenden Kosten und wirtschaftlichen Schäden durch zahlreiche Baustellen und gesperrte Bahnstrecken.

Unternehmen aus der Wirtschaft sowie Wettbewerber der Deutschen Bahn schlagen angesichts des schlechten Zustands des Schienennetzes Alarm. Sie befürchten erhebliche Folgen für Logistik, Industrie und den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt.

Der Stahlkonzern Salzgitter erklärte nach Medienberichten, dass die aktuellen Einschränkungen auf der Schiene die gesamte Logistikkette vor große Probleme stellen. Betroffen seien sowohl die Anlieferung von Rohstoffen als auch der Abtransport fertiger Produkte. Für die Stahlindustrie sei die Bahn das wichtigste Transportmittel. Wegen der Situation seien aufwendige Umleitungen und zusätzliche Maßnahmen notwendig, die hohe Mehrkosten verursachten und inzwischen auch spürbare volkswirtschaftliche Schäden nach sich zögen.

Unzureichende Versorgung führt zu Produktionskürzungen
Auch der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller ArcelorMittal berichtete gegenüber der Süddeutschen Zeitung von ersten Produktionskürzungen. Hintergrund sei eine unzureichende Versorgung mit Eisenerz. Als Ursache nennt das Unternehmen das anhaltende Baustellenchaos im norddeutschen Schienennetz. Zudem würden Güterzüge bei der Verkehrssteuerung nicht ausreichend berücksichtigt.

Die Deutsche Bahn führt derzeit an zahlreichen Stellen Bauarbeiten durch, um die sanierungsbedürftige Infrastruktur zu erneuern. Besonders in Norddeutschland konzentrieren sich die Maßnahmen auf wichtige Strecken. Die Verbindung zwischen Hamburg und Berlin bleibt wegen Verzögerungen bei der Generalsanierung weiterhin gesperrt. Auch auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover wird gebaut.

Baustellen könnten wirtschaftliche Existenz bedrohen
Bereits Ende Mai hatte sich der Verband der privaten Güterbahnen an das Bundesverkehrsministerium gewandt. Er kritisierte vor allem die hohe Zahl unzureichend geplanter und schlecht abgestimmter Baustellen. Diese gefährdeten Lieferketten und könnten die wirtschaftliche Existenz von Güterbahnen bedrohen. Der Verband drohte damit, seine Unterstützung für die aktuelle Sanierungsstrategie zurückzuziehen und politische sowie rechtliche Schritte einzuleiten. Nach seiner Einschätzung ist die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo derzeit nicht in der Lage, einen geordneten Bahnbetrieb sicherzustellen.

Die Deutsche Bahn bedauerte die Probleme, die in den Tagen rund um Pfingsten in einigen Stahlwerken aufgetreten seien. Nach eigenen Angaben steht sie in engem Austausch mit Güterbahnen, Industrieunternehmen und dem Handel. Für kurzfristige Lösungen wurde eine Taskforce eingerichtet. Außerdem kündigte der Konzern ein vereinfachtes Verfahren für Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe an, über das die Eisenbahnverkehrsunternehmen zeitnah informiert werden sollen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung