Leck an der ISS

Entwarnung: Raumfahrer dürfen Schutzraum verlassen

Ausland
05.06.2026 18:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Alarm auf der Internationalen Raumstation (ISS): Am Freitag mussten fünf Astronauten vorübergehend in ihre Raumfahrzeuge flüchten und sich auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten. Der Grund war ein Luftleck im russischen Teil der ISS. Nach Reparaturarbeiten konnten die Astronauten wieder auf die ISS zurückkehren.

Wegen des Lecks an einem Modul wurden fünf Raumfahrer – alle vier Mitglieder der SpaceX-Crew 12, die im Februar auf der ISS angekommen war, und der US-Astronaut Chris Williams – angewiesen, sich in das Dragon-Raumschiff zu begeben.

Während die Astronauten in ihrem Raumschiff Schutz suchten und sich auf eine mögliche Evakuierung vorbereiteten, versuchte ein russisches Besatzungsmitglied, das Luftleck zu reparieren.

Risse „schon immer Grund zur Sorge“
Bethany Stevens, eine Sprecherin der NASA, gab an, dass das Luftleck im Transfertunnel des Zvezda-Servicemoduls auftrat: „Der Transfertunnel des Zvezda-Servicemoduls, bekannt als PrK, leidet seit einiger Zeit unter Rissen und Lecks, die von Roskosmos bis heute so weit wie möglich abgemildert wurden.“ Laut Stevens seien die Risse „schon immer ein Grund zur Sorge“, den die NASA genau beobachtet habe.

Auf X schrieb Stevens weiters: „Nach dem Auftreten neuer Lecks hat Roskosmos beschlossen, am Freitag, dem 5. Juni, eine umfassendere Reparatur durchzuführen. Vorsorglich hat die NASA alle vier Mitglieder der SpaceX Crew-12 sowie den NASA-Astronauten Chris Williams angewiesen, während der Reparaturarbeiten im Dragon-Raumschiff erhöhte Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.“

Wenig später hieß es in einem weiteren Post der Nasa-Sprecherin allerdings, Roskosmos habe die Reparaturen pausiert, es würden weitere Messungen erfolgen und Daten gesammelt. Die Raumfahrer seien daher angewiesen worden, auf die Raumstation zurückzukehren.

Internationale Raumstation (ISS)

  • Die ISS ist ein dauerhaft bewohntes Forschungslabor, das die Erde in einer Höhe von etwa 400 Kilometern umkreist. Sie dient der wissenschaftlichen und industriellen Forschung unter Schwerelosigkeit. Die ISS ist größer als ein Fußballfeld.
  • Bei der Internationalen Raumstation arbeiten 16 Staaten, darunter Russland, die USA, Kanada, Japan und die Europäische Raumfahrtagentur ESA, zusammen.
  • Seit rund einem Vierteljahrhundert gibt es unter anderem mit der ISS eine etablierte und funktionierende Dauer-Zusammenarbeit zwischen der NASA und dem russischen Gegenstück Roskosmos. Trotz der schweren Spannungen zwischen den USA und Russland, insbesondere seit des Ukraine-Krieges, läuft die Kooperation im All jedoch weiter. 

In einer Mitteilung von Roskosmos hieß es: „Die Sicherheit der Besatzung und der Bordsysteme ist nicht gefährdet, der Druck an Bord der ISS ist stabil und wird auf dem vorgesehenen Niveau gehalten.“

Laut dem Betreiber SpaceX passen bis zu sieben Personen in das „Dragon”-Raumschiff. An Bord der Internationalen Raumstation (ISS) leben und forschen seit rund 25 Jahren kontinuierlich Raumfahrer und Raumfahrerinnen. Die Besatzungen der ISS hatten schon mehrfach mit Lecks zu kämpfen – auch am Swesda-Modul. Zudem wurde die Raumstation bereits mehrfach wegen möglicher Kollisionen mit Weltraumschrott geräumt.

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