Das Informatiknetz des italienischen Innenministerium ist von chinesischen Hackern angegriffen worden. Die Hacker sollen auf die Datenbank von rund 5000 Ermittlern der italienischen Staatsschutzabteilung Digos zugegriffen haben.
Betroffen seien Namen, Funktionen und Einsatzorte von Beamten, die mit besonders heiklen Ermittlungen befasst sind – von Terrorismusabwehr über die Beobachtung ausländischer Gemeinschaften bis hin zur Überwachung chinesischer Dissidenten in Italien, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Mittwoch.
Unbekannte Angreifer sollen sich demnach Zugang zu internen Systemen verschafft und vertrauliche Daten von in verschiedenen Polizeistationen eingesetzten Kräften heruntergeladen haben. Sicherheitskreise vermuten hinter den Attacken Akteure aus dem Umfeld chinesischer Nachrichtendienste.
Ziel des Angriffes ist Informationsgewinnung
Ziel des Angriffs ist dem Bericht zufolge nicht Sabotage, sondern die Gewinnung vertraulicher Informationen. Von besonderem Interesse seien offenbar jene Beamten gewesen, die sich mit der chinesischen Diaspora, kriminellen Netzwerken und politischen Dissidenten aus der Volksrepublik befassen.
Die Enthüllungen fallen in eine Phase intensiver diplomatischer Kontakte zwischen Rom und Peking im Bereich der Justiz- und Sicherheitskooperation. 2024 traf Innenminister Matteo Piantedosi in Peking seinen chinesischen Amtskollegen Wang Xiaohong. Vereinbart wurde ein dreijähriger Kooperationsplan zur Bekämpfung von Drogenhandel, Cyberkriminalität, Menschenhandel und organisierter Kriminalität.
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