23.10.2013 12:54 |

Zeitfresser Internet

Das tun wir alles nicht, weil wir online sind

Das Internet hat unser Leben verändert. Wie sehr, das zeigt jetzt eine Studie aus den USA. Sie rechnet vor, was wir alles nicht tun, weil wir gerade online sind. Betroffen davon sind etwa Arbeit, Freunde und auch der Schlaf.

Verfasst hat die Studie mit dem Titel "What are we not doing when we're online" (Was wir nicht tun, wenn wir online sind) der US-Ökonom Scott Wallsten vom Technology Policy Institute in Washington. Er nahm sich dafür Daten über das Freizeitverhalten der US-Amerikaner zwischen 2003 und 2011 zur Hand und verglich, wie sich die Internetnutzung auf andere "Offline"-Aktivitäten und die Freizeit auswirkte. Denn während die Internetnutzung während des beobachteten Zeitraums kontinuierlich anstieg, büßten andere Aktivitäten ein.

Demnach bedeutet jede online verbrachte Minute einen durchschnittlichen Verlust von 0,27 Minuten Arbeitszeit. Dies entspricht rund sechseinhalb Stunden am Tag oder gut acht Tagen pro Jahr, die ein US-Amerikaner praktisch weniger arbeitet, weil er gerade online ist. Auch andere Bereiche sind von der gesteigerten Internetnutzung betroffen: Laut Wallsten verlieren wir für jede online verbrachte Stunde etwa sieben Minuten an Schlaf, tun gut vier Minuten weniger für den Haushalt und lernen rund dreieinhalb Minuten weniger.

Auch Freunde und Familie müssen zugunsten von Facebook und Co. – zumindest in der realen Welt – zurückstecken: Der Studie zufolge werden pro online verbrachter Minuten 0,05 Minuten weniger in soziale Aktivitäten im echten Leben investiert. Das mag zunächst nicht viel erscheinen, hochgerechnet aufs Jahr entspricht dies jedoch rund 18 Tagen, die wir unsere Liebsten laut Wallsten seltener sehen.

Die Studie zeigt auch: Je jünger ein Nutzer ist, desto mehr Zeit verbringt er online, anstatt diese fürs Lernen aufzubringen. Bei der Gruppe der 15- bis 19-jährigen US-Amerikaner bedeutet dies der Untersuchung nach einen zeitlichen Lernverlust von durchschnittlich sieben Stunden pro Tag!

Ob und inwieweit die zugunsten anderer Aktivitäten gesteigerte Internetnutzung ökonomische Auswirkungen hat, sei Wallsten zufolge noch unklar und müsse daher Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen