Die USA und der Iran haben sich auf eine Absichtserklärung zur Beendigung ihres Krieges verständigt. Das teilte der Vermittlerstaat Pakistan mit. „Lasst das Öl fließen“, bestätigte US-Präsident Donald Trump kurze Zeit später den Deal und die damit einhergehende Öffnung der Straße von Hormuz. Der Iran sieht sich „als Sieger“ und kündigte ein sofortiges Ende aller Angriffe an. Der Ölmarkt reagierte sofort ...
„Nach intensiven Gesprächen freuen wir uns, bekanntgeben zu können, dass das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran erzielt wurde“, verkündete der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif am Sonntagabend auf der Plattform X. Am Freitag solle das Abkommen in Genf unterzeichnet werden.
„Lasst das Öl fließen“
Kurze Zeit später kam die Bestätigung aus dem Weißen Haus – von Präsident Donald Trump selbst, ebenfalls über soziale Medien: Der Republikaner erteile „hiermit die volle Genehmigung zur abgabenfreien Öffnung der Straße von Hormus“. Zeitgleich genehmige er die sofortige Aufhebung der Blockade durch die US-Marine.
Die Meerenge werde mit der geplanten Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit dem Iran am Freitag „zum Zweck der Minenräumung“ geöffnet. „Schiffe der Welt, lasst eure Motoren an. Lasst das Öl fließen!“, erklärte er. Deutschland, Frankreich Großbritannien und Italien erklärten sich infolge der Einigung bereit, die Wiederaufnahme der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu unterstützen.
Der iranische Vize-Außenminister kündigte zudem ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Krieges und der Militäreinsätze an verschiedenen Fronten an, auch im Libanon. Er erklärte den Iran zum Sieger in dem seit mehr als drei Monaten andauernden Krieg. Die USA und Israel hätten ihre Kriegsziele dagegen nicht erreicht.
Der iranische Generalstab ließ in einer im iranischen Staatsfernsehen veröffentlichten Erklärung mitteilen, die iranischen Streitkräfte hätten den USA und Israel während des Krieges ihren „göttlichen und stählernen Willen“ aufgezwungen. „Der Feind hat keine andere Wahl, als die Niederlage zu akzeptieren und zu kapitulieren.“
Die iranischen Nachrichtenagenturen Mehr und Tasnim haben zudem Details aus einem 14-Punkte-Entwurf für eine Absichtserklärung veröffentlicht – darin waren jedoch unrealistische Forderungen wie Reparationszahlungen in Höhe von 300 Milliarden Dollar enthalten.
Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf Trump, die Einigung sehe vor, dass der Iran keine Atomwaffen anstrebe und die Straße von Hormuz umgehend öffne. Im Gegenzug könnten Sanktionen gegen die Islamische Republik aufgehoben werden. Bargeldzahlungen seien jedoch nicht vorgesehen. Zudem solle es strenge Kontrollen geben. Der Abtransport von nuklearem Material aus dem Iran habe für ihn derzeit keine Priorität und könne später erfolgen. Der „New York Times“ sagte Trump, dass dem Iran neue militärische Angriffe drohen würden, falls kein endgültiges Atomabkommen zustande käme.
Ölmärkte reagierten sofort
Unmittelbar nach der Erklärung und den Bestätigungen reagierten auch die Ölpreise: Die Sorte Brent fiel pro Barrel um 3,51 US-Dollar bzw. 4,02 Prozent auf 83,82 US-Dollar, US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate kostete 80,95 US-Dollar, ein Minus von 3,93 US-Dollar bzw. 4,63 Prozent.
Bei einer Reihe von Treffen in den kommenden Tagen sollten Vertreter beider Seiten „die Grundlage für technische Gespräche“ legen. Zu den genauen Inhalten der Übereinkunft wurden zunächst keine weiteren Details bekannt gegeben. Das Rahmenabkommen ist allerdings nur ein Zwischenschritt, wenn auch ein wichtiger – weitere wichtige Vereinbarungen in dem Konflikt zwischen den beiden Ländern, etwa zum Atomstreit, sollen im Detail während weiterer Gespräche ausgehandelt werden.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.