krone.at im Schnee

Stephan Schätzl beim längsten Skirennen der Welt

Motor
19.01.2013 09:31
BMW brennt sich in den Köpfen der Autofahrer immer mehr als Winterspezialist fest, als sportlicher noch dazu. Jetzt sind die Münchner auch noch offizieller Partner des längsten Skirennens der Welt in Kärnten – und haben mich gefragt, ob ich dort nicht gegen Armin Assinger antreten will. "Schlag das ASS" heißt die Veranstaltung. Na ja, was soll ich sagen? Armin Assinger wurde Zweiter.

Auf gesperrten Pisten über 25,6 km kreuz und quer übers Nassfeld führt es, dieses im Guinness-Buch der Rekorde eingetragene Rennen, 6.400 Höhenmeter gilt es im Renntempo zu überwinden. 700 Teilnehmer sind gemeldet, oder auch: Gegner.

Angereist bin ich im BMW 120d xDrive, prädestiniert für ein Bergrennen auf Schnee. Aber die Organisatoren bleiben hart, und der 1er in der Hotelgarage. Schade, diese knallharte Regelauslegung bringt mich um jede Siegchance. Denn gemeinhin bewege ich mich nicht auf Ski vorwärts, sondern im Auto oder auf meinem Snowboard. Und auch dieses ist leider nicht zugelassen. Also gut, immerhin trete ich auf stylischen M-Performance-Ski an, damit werde ich ja wohl hoffentlich vor Einbruch der Dunkelheit ins Ziel kommen.

Der Wahlspruch macht den Unterschied
Vor dem Start schwört Armin Assinger die Teilnehmer auf sicheres Fahren ein. "Hirn geht vor Zeit" ist die Devise. Klingt ganz anders als etwa Walter Röhrl, der kürzlich in einem Interview "lieber tot als Zweiter" als seinen Wahlspruch proklamierte. Ich halte es eher mit dem ASS(inger) und lasse mich die Piste hinunter. Blöd, dass die ersten Meter bergauf zum ersten Tor führen, da ist kräftiges Schieben angesagt. Und meine Kondition jetzt schon vor der ersten Schussfahrt auf Reserve.

Nach der ersten Abfahrt die erste Liftfahrt. Von Mal zu Mal freue ich mich mehr auf diese Liftpausen, wo sich mein Puls beruhigen kann und die Beine wieder zu leben beginnen. Übrigens werden die Auffahrtskilometer nicht gezählt, die Auffahrtszeiten aber schon. Deshalb kommt es hie und da zu Rangeleien um Sitzplätze und Schlepperbügel. Auch auf der Strecke geht's teilweise eng her. Rennfahrer haben bekanntlich nichts zu verschenken. 

Rennstrecken für alle, mit Zeitnahme und Online-Video
Bei der Streckenbesichtigung am Vortag hat alles noch eher harmlos gewirkt. Da habe ich sogar Zeit gehabt, die exklusiv für alle abgesperrte BMW-xDrive-Cup-Slalomstrecke runterzuzischen. Start ist in einem richtigen Starthaus, echte Zeitnehmung und der Clou: Es sind Kameras montiert, die die Fahrt automatisch aufzeichnen. Das Video kann man sich dann im Internet anschauen, und mit etwas Glück auch noch etwas gewinnen. Die M-Performance-Ski, auf denen ich unterwegs bin zum Beispiel. Oder am Saisonende ein Auto. Bei einer anderen Anlage geht's um Top Speed, da ist eine Radarfalle aufgebaut, die Raser nicht schröpft, sondern ihnen weitere Gewinnchancen beschert. Aber das nur am Rande.

Abgerechnet wird zu Schluss
Erstaunlich, was einem durch den Kopf geht, wenn der auf Autopilot gestellt ist. Nur damit ich nicht daran denke, dass mir die längste Abfahrt noch bevorsteht: die Carnia, die über 7,6 km aus 1.800 m bis auf 600 m ins Tal führt. Lang, steil, eisig. Jetzt noch mal alles geben, aufholen, der Sessellift ist mal über eine Minute gestanden, und eine Gondel habe ich auch knapp verpasst. Aber das zweite Schiebestück hat mich eigentlich meine letzte Kraft gekostet, die Muskeln brennen, doch da ist schon das Ziel, die jubelnden Massen. Ich habe noch nie das Ziel eines Skirennens erreicht. Gut, es ist auch mein erstes. 

Und dann rausche ich über die Ziellinie, Armin Assinger ist schon seit zehn Minuten im Ziel, aber er ist ja auch zwei Startgruppen vor mir gestartet. Er hat die zweitbeste Zeit herausgeholt, Sieger ist ein Wiener. Und ich? Bin im Ziel. Ohne Sturz, ohne Torfehler. Nach 25,6 Kilometern. Auf Platz 516. Aber ich habe ja noch den 1er in der Hotelgarage…

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