Sa, 21. Juli 2018

Flucht in die Cloud

18.10.2012 14:32

"Pirate Bay" will unangreifbar für Behörden werden

Die unter Nutzern des Filesharing-Dienstes BitTorrent äußerst populäre Website "The Pirate Bay" hat den Behörden wieder ein Schnippchen geschlagen. Die ganze Website ist auf dezentrale Server in der Cloud umgezogen. "Jeder Versuch eines Angriffs auf 'The Pirate Bay' ist von nun an ein Angriff auf alles oder nichts", sagen die Betreiber. Sie wollen durch diesen Schritt unabhängiger von lokaler Infrastruktur werden – und damit auch weniger angreifbar durch die Behörden.

Seit Jahren rückt die Torrent-Suchmaschine wegen vermuteter Beihilfe zu Verstößen gegen das Urheberrecht regelmäßig ins Visier der Fahnder. 2007 wurden die Server beschlagnahmt, die früheren Betreiber wurden 2009 zu Haftstrafen und Schadenersatzzahlungen verurteilt, zuletzt besuchten die Behörden Anfang Oktober den Sitz der schwedischen Internetseite, die in Großbritannien und den Niederlanden bereits gesperrt ist.

Auf verschiedene Cloud-Dienste verteilt
Jetzt ist "Pirate Bay" auf eine Reihe von Cloud-Diensten in unterschiedlichen Ländern verteilt. Fällt ein Server aus oder wird die Seite von diesem gelöscht, sind andere vorhanden, die übernehmen. Die von "Pirate Bay" genutzten Anbieter wissen dabei offenbar gar nichts von den Vorgängen auf ihren Servern. Die Website sei verschlüsselt, und die Dienstleister könnten gar nicht wissen, was für eine Seite da auf ihren Rechnern liegt, heißt es vonseiten der "Piratenbucht"-Betreiber.

Zudem seien die Cloud-Server so programmiert, dass sie sich automatisch abschalten, wenn sie mehr als acht Stunden keine Anfragen mehr erhalten. Eine Sicherheitsvorrichtung der Betreiber, die jetzt nur mehr die Router selbst betreiben, welche die verschiedenen Cloud-Server verbinden und bei der Verschleierung des Traffics helfen. Würden die noch vorhandenen Router beschlagnahmt und schaffen es deshalb keine Anfragen mehr zu den Cloud-Servern, so würden sich diese abschalten.

Tauziehen zwischen Community und Behörden
Bekannt geworden ist die Torrent-Suchmaschine vor allem durch Vorwürfe von Verwertungsgesellschaften, die Seite würde Unterstützung bei Urheberrechtsverletzungen leisten. Die Betreiber stritten dies stets ab und verwiesen darauf, nur als Suchmaschine zu fungieren.

Trotz oder gerade wegen des harten Vorgehens der Justiz gegen die Website erfreut diese sich weiterhin großer Beliebtheit. Alle Versuche, "Pirate Bay" abzuschalten, sind bis jetzt gescheitert. Wurden Server beschlagnahmt oder abgeschaltet, wurde stets binnen kürzester Zeit eine Kopie der Seite anderswo gehostet. Der Grund: Sympathisanten wird es leicht gemacht, die Seite am Leben zu halten. Ein nur 90 Megabyte großes Backup aller Download-Links des "Pirate Bay"-Archivs kann von jedem User binnen kürzester Zeit heruntergeladen werden.

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