Noch immer im Einsatz

Japans Digitalminister erklärt Disketten den Krieg

Elektronik
01.09.2022 15:00

Japan gilt als High-Tech-Land, doch in einem Punkt erweist es sich als erstaunlich rückständig: In zahlreichen Behörden wird nach wie vor von Disketten Gebrauch gemacht. Taro Kono, ehemals Außenminister und seit Mitte August neuer Minister für Digitalisierung, hat dem veralteten Speichermedium daher nun den „Krieg“ erklärt.

Die offizielle Kriegserklärung verlautbarte Kono via Twitter. Es gebe nach wie vor etwa 1900 behördliche Verfahren, bei denen für die Einreichung von Anträgen und anderen Formularen Disketten, CDs oder auch Mini-Discs verwendet werden müssten, ließ der Digital-Minister wissen und kündigte an, dies zu ändern.

„Die Disketten gingen fast nie kaputt“
Das Problem ist bekannt: Erst Ende Oktober 2021 hatte die Stadtverwaltung von Tokio angekündigt, sich von dem
altertümlichen Magnetspeichermedium Diskette mit einer Kapazität von 1,44 Megabyte verabschieden und auf Cloud-Speicherung umstellen zu wollen. Laut „Nikkei Asia“ waren bis dato beispielsweise Daten zur Gehaltsverrechnung auf Disketten gespeichert und regelmäßig von Mitarbeitern zur Bank gebracht worden.

„Die Disketten gingen fast nie kaputt und es sind nie Daten verloren gegangen“, lobte ein Beamter damals. Die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur für die veraltete Technik bei den Banken verursachte der Stadtverwaltung jedoch zusätzliche Kosten.

Probleme mit Versorgung und Dateigrößen
Hinzu kommt, dass es immer schwerer werden dürfte, überhaupt noch an Disketten und Laufwerke zu gelangen. Der japanische Elektronikkonzern Sony hatte die Produktion im Heimatland offiziell bereits im März 2011 eingestellt. Abgesehen von etwaigen Versorgungsproblemen werden Disketten zunehmend unpraktisch. Moderne Texte und Tabellenkalkulationen sind zumeist deutlich größer als in den 80er-Jahren, als Disketten ihre Blütezeit hatten.

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