In Wallfahrtsort

Medjugorje: Mann schändet Marienstatue, legt Feuer

Ausland
28.07.2026 20:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im bekannten Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien herrscht Entsetzen unter vielen Gläubigen: Offenbar hat ein Mann die Statue der Heiligen Jungfrau mit schwarzen Graffiti beschmiert. Auch ein Außenaltar der Kirche wurde in Brand gesetzt.

Der kroatisch geprägte Wallfahrtsort Medjugorje zieht jährlich hunderttausende katholische Pilger an. Nach dem Angriff auf die Marienstatur herrscht Entsetzen in dem Ort. Polnischen Medien zufolge soll es sich bei dem Täter um Bartłomiej Włodzimierz aus Krakau handeln. Dieser sei unweit des Wallfahrtsorts festgenommen worden sein – zuvor sei er selbst als Pilger dort gewesen.

Mann hatte Benzin ausgeschüttet und Feuer gelegt
Der nun festgenommene Pole soll in einer der Kirchen von Medjugorje Benzin ausgeschüttet und damit Feuer gelegt haben. Dieses konnte zügig gelöscht werden. Unter den Graffiti-Botschaften, die der mutmaßliche Täter an der Marienstatue hinterließ, waren in Englisch die Worte „Teufel im Rock“ sowie in polnischer Sprache der Satz „Ivanka, Mirjana, Milka, Vicka, Ivan, Jakov, das sind Betrüger, ich habe Beweise“. Die sechs Vornamen trugen die Jugendlichen, die im Jahr 1981 berichtet hatten, in Medjugorje die Muttergottes gesehen zu haben.

Helfer reinigten die beschmierte Marienstatue.
Helfer reinigten die beschmierte Marienstatue.(Bild: AP/AP ( via APA) Austria Presse Agentur)
Dutzende Gläubige versammelten sich bei der bedeckten Statue zum Rosenkranzgebet
Dutzende Gläubige versammelten sich bei der bedeckten Statue zum Rosenkranzgebet(Bild: AP/AP Photo)

Daraufhin wurde der Wallfahrtsort gegründet, der heute Massen von Katholiken aus aller Welt anzieht. Der Vatikan erkennt den Vorfall von 1981 zwar nicht als Wunder an, gab aber 2024 sein „Nihil obstat“ („Es steht nichts dagegen“) für die Marienverehrung in Medjugorje.

Marienstatue mit Laken bedeckt
Die beschmierte Marienstatue wurde mit weißen Laken verhüllt. Davor versammelten sich umgehend zum Zeichen der Trauer Dutzende Gläubige zum Rosenkranzgebet. Der für die Region zuständige katholische Bischof von Mostar-Duvno, Petar Palic, rief die Gläubigen dazu auf, nicht mit Bitterkeit und Verurteilung auf das Ereignis zu reagieren, sondern mit Gebet, Fasten, Vergebung und mit ihrer eigenen Bekehrung.

Kroatischer Premierminister verurteilt Schändung
Medjugorje liegt 30 Kilometer südwestlich von Mostar, nahe an der Grenze zu Kroatien. Wie in Polen gilt auch in Kroatien der Katholizismus als identitätsstiftend. Kroatiens Premierminister Andrej Plenković verurteilte die Verwüstung am Marien-Wallfahrtsort.

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