Alle wollen Geld

Wegweiser durch den europäischen Mautdschungel

Motor
22.06.2011 11:58
In den meisten europäischen Ländern werden Autofahrer für die Benützung von Autobahnen und Schnellstraßen zur Kassa gebeten. Was die Gebühren betrifft, herrscht ein regelrechter "Mautdschungel" in Europa. Einige Länder kassieren je nach Länge der Fahrt, andere lassen sich die Benützung von Brücken oder Tunneldurchfahrten extra bezahlen, was für unliebsame Überraschungen bei den Urlaubern sorgen kann.

So sind zum Beispiel ab der österreichisch/italienischen Grenze bei Thörl-Maglern für eine Fahrt nach Rimini zusätzlich rund 36 Euro Streckenmaut pro Richtung fällig. Teuer kommt auch eine Autofahrt nach Split in Kroatien. Hier muss neben der kroatischen Maut von rund 28 Euro pro Strecke auch die slowenische Vignette (Wochenvignette: 15 Euro, Monatsvignette: 30 Euro) gekauft werden. 

Die ÖAMTC-Touristik hat die Eigen- und Einzelheiten zusammengestellt, die dir die Urlaubsplanung erleichtern:

Vignettenpflicht: 
Die Vignette muss nicht nur in Österreich geklebt werden, auch in der Schweiz, Bulgarien und Slowenien ist sie generell Pflicht auf Autobahnen. In Tschechien, der Slowakei und Rumänien ist die Vignette ebenfalls vorgeschrieben, allerdings nicht für Motorräder. 

Ein elektronisches Vignettensystem gibt es in Ungarn. Dort erhält der Lenker nach Bezahlung und Angabe des Fahrzeugkennzeichens einen Beleg, den er unbedingt aufbewahren sollte. Beim Kauf der E-Vignette sollte die Richtigkeit der Daten, vor allem des Kennzeichens, vor der Bestätigung unbedingt nochmals kontrolliert werden, empfiehlt der ÖAMTC.

Streckenbezogene Maut:
Viele europäische Staaten berechnen die Gebühr für die Straßenbenützung nach Streckenlänge. In Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Griechenland, der Türkei, Polen und Norwegen gibt es fixe Mautstellen, an denen bezahlt wird. Auch die Zahlungsmodalitäten sind oft unterschiedlich: 

In Italien werden neben Bargeld auch gängige Kreditkarten akzeptiert, in Frankreich muss bei einigen Stationen die Gebühr bar in einen Trichter geworfen werden. Wechselgeld bekommt man nicht zurück. An solchen Stationen ist es von Vorteil, wenn man die Maut bar und genau abgezählt dabei hat. Die Abwicklung geht so wesentlich unkomplizierter und schneller vonstatten.

Sondermauten:
Reisende sollten im Urlaubsbudget auch Sondermauten einplanen, die in manchen Ländern zusätzlich zur Vignettenpflicht oder streckenbezogenen Maut anfallen können. Häufig ist die Benützung von Brücken, Passstraßen und Tunneldurchfahrten extra zu bezahlen. In manchen Städten ist die Einfahrt ins Zentrum gebührenpflichtig. Bei der Einreise nach Montenegro muss an der Grenze eine "Öko-Steuer" von derzeit zehn Euro beglichen werden. 

In Deutschland gibt es mittlerweile in mehr als 40 Städten Umweltzonen. Diese dürfen nur noch mit Autos befahren werden, die beim Schad- und Feinstaubausstoß bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Als Nachweis wird eine kostenpflichtige Umweltplakette verlangt, die z.B. beim ÖAMTC erhältlich ist. 

Tunnel- und Brückengebühren:
Bei vielen europäischen Tunnels und Brücken fallen Sondergebühren für die Benützung an. Italien und Frankreich sind durch den Mont-Blanc-Tunnel sowie den rund 13 Kilometer langen Fréjus-Tunnel verbunden, die kostenpflichtig sind. Auch die Fahrt durch den Großen St.-Bernhard-Tunnel zwischen Italien und der Schweiz ist nicht gebührenfrei. In Griechenland wird das auf dem Festland gelegene Rion mit Antirio auf dem Peloponnes durch eine acht Kilometer lange mautpflichtige Brücke verbunden. Auch für eine Fahrt über die dänische Storebaelt-Brücke, die den Autoverkehr zwischen Kopenhagen und dem kontinentalen Landesteil ermöglicht, werden Gebühren eingehoben, ebenso für die Öresund-Verbindung nach Schweden.

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