UV-Schäden entstehen nicht nur im Hochsommer. Die Strahlen werden auch aus der Umgebung stark reflektiert. Wer das jetzt unterschätzt - wie es vielen am Feiertagswochende passier ist - riskiert Hautveränderungen.
Sonnenhungrig sind wir mittlerweile alle und strömen bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit ins Freie. Doch heuer ist die Haut durch die langen Alltagsbeschränkungen besonders „entwöhnt“. Daher genügt oft schon eine kurze Zeit intensiver UV-Belastung, um Rötungen und Entzündungen hervorzurufen. Selbst bei bewölktem Himmel kann die Strahlung am Boden durch Reflexion noch bis zu 75% ausmachen, vor allem im Gebirge. Schnee strahlt bis zu 80% UV-Licht ab, eine Wasserfläche sogar bis zu 95%. Heller Sand reflektiert bis zu 25%, der Straßenbelag noch rund 12% und eine Wiese bis zu 8%. Grashalme wirken sogar wie kleine Spiegel bis in den Schatten hinein.
Guter Sonnenschutz ist also immer unumgänglich, auch beim Picknick und der Gartenarbeit, um Zellschäden, die sich lebenslang summieren und neben Alterungsprozessen auch Krebs auslösen können, so gering wie möglich zu halten. Das bestätigt auch Dr. Marie-Theres Kasimir, Fachärztin für Dermatologie, Ästhetische Medizin und Herzchirurgie: "Man sollte beim ersten Kontakt zu einem höheren Sonnenschutzfaktor greifen und nur kurze Sonnenbäder genießen.
Bräune garantiert keine sichere Abschirmung der gefährlichen UV-Strahlen.
Dr. Marie-Theres Kasimir, Dermatologin
Im Mai wird die UV-Belastung unterschätzt
Die Maisonne ist schon extrem stark, wir haben im Juni bereits den Höchststand der Sonne. Das wird oft vergessen. Dabei sollte man allerdings bedenken, dass auch der höchste Lichtschutzfaktor nicht hundertprozentig vor Hautschäden schützt. Das heißt auf jeden Fall: In der Mittagszeit zusätzlich leichte Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille tragen und im Schatten bleiben." Zu beachten: Ca. 30 Minuten vor der Sonnenexposition eincremen, dann hat der Filter genügend Zeit, um seine volle Wirkung zu entfalten.
Wen es schon „erwischt“ hat, sollte die betroffenen Stellen kühlen, beruhigende, entzündungshemmende Gels (Apotheke) auftragen. Als Hausmittel kann man eine Topfenauflage einsetzen (dünne Schicht aubringen, mit einem Leinentuch abdecken, nach dem Warmwerden auswechseln). Bis zum vollständigen Abheilen vor jeglicher weiteren Belastung bewahren: Mit Kleidung bedecken, im Schatten, besser drinnen bleiben.
Muttermale regelmäßig kontrollieren lassen
Die Sonne zu meiden macht aber auch keinen Sinn, so Dr. Kasimir: „Nein, denn ansonsten kann der Körper das lebenswichtige Vitamin D nicht produzieren. Außerdem hat die Sonne die wunderbare Kraft, die Psyche des Menschen, seine Vitamine und Hormone zu stimulieren, darauf sollte man nicht verzichten. Ob sie Schaden anrichtet oder heilt, ist einfach eine Frage der richtigen Dosis!“ Das Um und Auf jeglicher Vorsorge ist aber ein regelmäßiger Termin beim Facharzt, denn selber kann man den Unterschied zwischen harmlosen und gefährlichen Veränderungen nicht erkennen. „Ich empfehle, einmal im Jahr zum Muttermal-Check zu kommen. Je mehr Muttermale man hat, desto wichtiger ist es, diese kontrollieren zu lassen“, so Dr. Kasimir.
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