Bleibt unverändert

EZB rührt Leitzins trotz Inflationsschub nicht an

Wirtschaft
30.04.2026 14:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Europäische Zentralbank hält an ihrem Kurs fest: Die Leitzinsen im Euroraum bleiben unverändert. Damit reagiert die Notenbank auf die weiterhin unsichere wirtschaftliche Lage und die zuletzt nur langsam rückläufige Inflation.

Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins trotz der infolge des Iran-Krieges gestiegenen Inflationsgefahr konstant. Der EZB-Rat ließ den Einlagensatz am Donnerstag bei 2,0 Prozent. Über ihn steuert die Zentralbank maßgeblich ihre Geldpolitik. Zuletzt ist die Teuerungsrate im Euroraum auf 3,0 Prozent nach oben geschnellt.

„Lage genau beobachten“
Die EZB bleibt hinsichtlich der Inflationsrisiken auf der Hut: „Der EZB-Rat wird die Lage genau beobachten und bei der Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses einen datengestützten Ansatz verfolgen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden“, heißt es im Begleittext zum Zinsentscheid. Mit Spannung wird erwartet, wie sich die EZB-Chefin Christine Lagarde vor der Presse zum weiteren Kurs äußern wird.

Finanzmärkte spekulieren über Zinserhöhung im Juni
An den Finanzmärkten wird über eine Zinserhöhung im Juni spekuliert. Dafür spricht aus Sicht vieler Händler, dass Mitte des Jahres voraussichtlich mehr Klarheit über die gesamtwirtschaftlichen Folgen des Ölpreisschocks herrschen wird. Doch steckt die EZB in einem Dilemma, da sie mit einer strafferen Geldpolitik zwar den Preisauftrieb dämpfen, aber im schlimmsten Fall auch die bereits angeschlagene Konjunktur abwürgen könnte.

Die Wirtschaft im Euroraum wuchs im ersten Quartal nur noch minimal um 0,1 Prozent: „Bremseffekte durch den Iran-Krieg sorgen dafür, dass es im Gebälk knirscht. Der Unterstützung durch staatliche Ausgaben stehen energiepreisbedingte Kaufkraftverluste gegenüber“, erläutert der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger.

Alle Blicke auf Meerenge am Persischen Golf
Auch bei einer Entspannung in der Region mahnt er zur Vorsicht: „Nach einer Öffnung der Straße von Hormus werden sich Energiepreise nur zögerlich normalisieren.“ Alle Blicke richten sich derzeit gebannt auf diese Meerenge am Persischen Golf, die ein Nadelöhr für den internationalen Schiffstransport von Öl und Flüssigerdgas darstellt.

Laut EZB-Chefin Lagarde ist die Zentralbank bereit, zu handeln, wenn es die Datenlage erfordert. Doch dürfte die Notenbank nach Ansicht vieler Analysten noch stillhalten. Damit könnte sie Zeit gewinnen, um sich einen besseren Überblick darüber zu verschaffen, ob sich der Inflationsschub verfestigt.

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