Nach den Missbrauchsvorwürfen und dem Rücktritt des ehemaligen Generaldirektors Roland Weißmann sucht der ORF nun einen Nachfolger oder noch lieber: eine Nachfolgerin. Man hofft auf möglichst skandalfreie Kandidaten, wie der Stellenausschreibung zu entnehmen ist. Es gibt jedoch noch einige weitere Kriterien für den 427.500-Euro-Job.
Erst letzten Donnerstag wurde Ingrid Thurnherr zur neuen ORF-Generaldirektorin bis Ende des Jahres gekürt – nun sucht man Interessierte für die fünfjährige Funktionsperiode ab Jahresbeginn 2027. Bis spätestens 28. Mai sollen Kandidaten ihre Unterlagen bei Heinz Lederer als Vorsitzendem des ORF-Stiftungsrates einreichen.
ORF sucht vertrauenswürdige und unbescholten Bewerber
Doch mit Lebenslauf und Motivationsschreiben – wie bei normalen Jobs üblich – ist es nicht getan, um eine Chance auf die lukrative Stelle zu haben. Auch ein Konzept für die mittel- und langfristige Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Medienunternehmens wird gefordert. „Die Funktion verlangt Vertrauenswürdigkeit, Unbescholtenheit und ein Verhalten, das die Glaubwürdigkeit eines öffentlich-rechtlichen Medienunternehmens sicherstellt“, wird im Ausschreibungstext klargestellt.
Hochschulstudium und Digitalerfahrung erwartet
Zu den Anforderungen gehört laut Ausschreibung etwa „eine für die Aufgaben relevante Vorbildung oder eine fünfjährige einschlägige oder hinsichtlich des Aufgabenbereichs verwandte Berufserfahrung“, ein abgeschlossenes Hochschulstudium, Führungserfahrung, vertiefte Kenntnisse des Medienmarktes, sehr gute betriebswirtschaftliche Kenntnisse oder sehr gute analytische Fähigkeiten. Auch hohe soziale Kompetenz und Erfahrung in der digitalen Transformation werden erwartet.
Bezüglich der möglichen Vergütung heißt es weiters: „Die Entscheidung über die Vertragsgestaltung erfolgt gesondert von der Bestellung des Generaldirektors bzw. der Generaldirektorin unter Berücksichtigung eines internationalen Vergleichs und der Vorgaben der Vergütungsarbeitsgruppe.“ Laut dem veröffentlichten Transparenzbericht von März hatte der im Zuge von Belästigungsvorwürfen zurückgetretene ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zuletzt rund 427.500 Euro verdient.
Entscheidung soll am 11. Juni fallen
Bewerber müssen von einem Mitglied des Stiftungsrates zum Hearing am Tag der Bestellungssitzung eingeladen werden, wenn sie für den Posten zugelassen werden sollen. Ein zusätzliches öffentliches Hearing im Vorfeld der Bestellung werde ins Auge gefasst, heißt es weiter. Nach der vom Stiftungsrat beschlossenen Vorverlegung der Wahl soll die Entscheidung über die neue ORF-Spitze nun am 11. Juni fallen. „Bewerbungen von Frauen sind besonders erwünscht“, heißt es in der Ausschreibung.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.