Nach vereiteltem Coup

Blutender Einbrecher gab sich selbst als Opfer aus

Wien
30.04.2026 13:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nicht gänzlich undurchdacht war die Strategie eines jungen Verdächtigen, der am Mittwochnachmittag in der Wiener City nach einem Einbruchsdiebstahl in einer Dachgeschoßwohnung der Polizei entkommen wollte. Denn der Verletzte (26) mimte selbst ein Opfer und versuchte wohl so, dem langen Arm des Gesetzes zu entgehen. Sein Plan ging aber nicht auf ...

In flagranti sollte am Mittwochnachmittag gegen 14.30 Uhr der 90 Jahre alte Wohnungsbesitzer Bekanntschaft mit dem mutmaßlichen Täter machen. Dieser stand ihm plötzlich in der Dachgeschoßwohnung in der City gegenüber, hatte gerade die Räumlichkeiten auf der Suche nach Geld und Wertgegenständen durchwühlt. 

Verletzungen an Armen und Händen
Der Einbrecher hatte durchaus Anstrengungen in Kauf genommen, um in die Wohnung zu gelangen. Wie Polizeisprecherin Anna Gutt am Donnerstag schilderte, hatte er sich zunächst am Dachboden eines Nebengebäudes beim Durchstoßen einer Dachluke verletzt. Von seinen blutenden Wunden an Händen und Armen ließ er sich aber nicht beirren. Über einen Rauchfangkehrersteig kletterte er weiter, kam so auf die Terrasse der Dachgeschoßwohnung und konnte durch die unversperrte Tür in die Räume gelangen.

Als er vom 90-Jährigen jäh bei seinem Beutezug unterbrochen wurde, ergriff der Verdächtige die Flucht. Das Opfer alarmierte sofort die Polizei, die nur wenig später vor Ort eintraf.

Polizisten wurden skeptisch
Danach sollte sich der Gesuchte – ungeplant – quasi selbst der Polizei ausliefern. Denn bei den Einsatzkräften ging ein Notruf wegen einer angeblichen Körperverletzung in der angrenzenden Gasse ein. Den hatte der Verdächtige offenbar selbst getätigt. Der Anrufer, ein Syrer, gab an, von einem Unbekannten mit einem Messer an Armen und Händen verletzt worden zu sein.

Die Beamten schöpften allerdings rasch Verdacht. Noch während der 26-Jährige von der Rettung versorgt wurde, durchsuchten sie den Rucksack des Verletzten. „Darin fanden sie eine größere Menge Bargeld sowie weiteres mutmaßliches Diebesgut vor und stellten dieses sicher“, so Gutt.

Geld, Schmuck, Handys
Dem 90-Jährigen konnte das ihm gestohlene Bargeld wieder zurückgegeben werden, des Weiteren entdeckten die Polizisten allerdings unter anderem auch Schmuck und mehrere Handys, die offenbar bei einer weiteren Straftat erbeuten worden waren. Einen konkreten Anhaltspunkt, wo und wann es zur besagten Tat gekommen sein könnte und wem die Wertgegenstände gehören, hat die Exekutive vorerst nicht. Die Ermittlungen laufen.

Der Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen und über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt überstellt. 

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