26.11.2020 14:03 |

Frauen erpresst

Sex-Chat-Betreiber muss 40 Jahre hinter Gitter

In einem Prozess um erpresste sexuelle Aufnahmen von Mädchen und Frauen in einem Online-Chat in Südkorea ist der Drahtzieher zu einer Haftstrafe von 40 Jahren verurteilt worden. Das Bezirksgericht in Seoul befand den 25-jährige Betreiber des Chat-Rooms „Baksabang“ am Donnerstag für schuldig, als Kopf eines Erpresserrings sexuell ausbeuterische Inhalte verbreitet zu haben, die er dadurch erzeugt habe, dass er seine Opfer angelockt und bedroht habe.

Der Fall hatte in Südkorea einen öffentlichen Aufschrei ausgelöst. Im März hatte die Polizei den Namen des Hauptverdächtigen veröffentlicht, nachdem Millionen von Menschen entsprechende Petitionen unterzeichnet hatten. Laut Polizei wurden mindestens 74 Frauen - darunter 16 Minderjährige - über mehrere Monate hinweg Opfer sexueller Ausbeutung und Gewalt.

Die Täter lockten sie demnach mit gefälschten Stellenanzeigen an und verlangten Nacktfotos und anderes Bildmaterial. Danach sollen sie gedroht haben, diese Bilder zu veröffentlichen, wenn sie nicht weiteren Aufnahmen mit erniedrigenden Darstellungen zustimmten.

Bilder erpresst und via Telegram verkauft
Die pornografischen und gewaltverherrlichenden Bilder und Videos wurden bis zum Februar dieses Jahres an Tausende Kunden über den Messengerdienst Telegram verkauft. Die Ermittler schätzten, dass der betreffende Chat etwa 10.000 Mitglieder hatte.

Betreiber zeigte keine Reue
Der Haupttäter müsse wegen „der Schwere seiner Verbrechen, der großen Zahl der Opfer und des ihnen zugefügten Schadens“ sowie des „bösartigen Einflusses“ lange Zeit aus der Gesellschaft verbannt werden, wurde nun das Gericht von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Auch habe er keine Reue gezeigt.

Trotzdem kam der 25-Jährige, der unter anderem gegen Gesetze zum Schutz von Minderjährigen verstieß, vergleichsweise glimpflich davon: Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslänglich gefordert. Gegen fünf Komplizen einschließlich eines 16-jährigen Teenagers wurden Berichten südkoreanischer Sender zufolge Strafen von sieben bis 15 Jahren verhängt. 

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