07.07.2020 12:33 |

Frauen betrogen

Polizei warnt vor „modernen Heiratsschwindlern“

Die Polizei in Oberösterreich warnt vor „modernen Heiratsschwindlern“, die über das Internet ihren Opfern Geld herauslocken. Zuletzt hatten zwei Oberösterreicherinnen Betrügern jeweils mehrere Tausend Euro überwiesen - eine an einen angeblichen US-Militärarzt, der in Syrien festsaß, und die andere an einen Mann, der das Bild eines italienischen Schauspielers als sein eigenes ausgab.

Eine 58-Jährige aus dem Bezirk Linz-Land kam über eine Dating-App in Kontakt mit einem französisch schreibenden Mann, der ihr auch ein Foto von sich schickte - wie sich später herausstellte, zeigte es einen italienischen Mimen. Die gutgläubige Frau überwies ihrer vermeintlich gut aussehenden Online-Liebe zwischen September 2019 und März insgesamt mehrere Tausend Euro - angeblich brauchte der Mann das Geld für Behörden, Flüge, Hotels etc.

Ähnlich erging es einer 41-Jährigen aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung. Sie korrespondierte mit einem angeblichen US-Militärarzt, der - laut seiner Erzählung - von einem gefährlichen Einsatz aus Syrien zurückkehren wollte, aber keinen Zugriff auf sein Konto hatte. Auch sie unterstützte ihn mit mehreren Überweisungen unter anderem auf italienische Konten in der Gesamthöhe von mehreren tausend Euro. Erst als die Geldforderungen nicht aufhörten, wurde das Opfer misstrauisch und ging zur Polizei.

Ebenfalls einem Schwindler aufgesessen war erst am vergangenen Samstag eine 53-Jährige aus Urfahr-Umgebung. Sie hatte über eine Sprach-App einen vermeintlich aus Florida stammenden Mann kennengelernt, der angab, auf einer Bohrinsel zu arbeiten und dazu der Frau auch ein Foto von ihm und seinem Reisepass schickte. Nach längerem Kontakt und dem Vorgaukeln der großen Liebe gab er an, die 53-Jährige in Österreich besuchen zu wollen. Dazu müsse sie ihm jedoch Geld überweisen. Die Geschädigte überwies insgesamt 6100 Euro auf ein griechisches Konto.

Vorsicht bei unaufgeforderten Zuschriften
Bereits vor zwei Jahren hatte das Bundeskriminalamt vor der als „Love Scam“ bezeichneten Betrugsmasche gewarnt. Bei unaufgeforderten Zuschriften von Personen sei Skepsis angebracht, da es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Massensendungen handelt. Ratsam sei es auch, den Online-Flirt einer genaueren Prüfung zu unterziehen und seinen/ihren Namen bzw. das Foto in eine Suchmaschine einzugeben. Wenn das Gegenüber etwas vehement einfordert oder emotionalen Druck ausübt, ist laut Kriminalpolizei höchste Vorsicht geboten. Auch das Einweihen einer Vertrauensperson könne vor Schaden bewahren.

Falsche Scham sollten Betroffene laut Polizei übrigens nicht haben, wenn es darum geht, einen derartigen Betrugsfall anzuzeigen, denn sie seien damit nicht allein. Mögliche Beweise wie Chatverläufe oder Zahlungsunterlagen sollten immer dokumentiert und den Behörden vorgelegt werden.

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