Neues Rettungskonzept

Tag 24: Schwimmt „Timmy“ heute in die Freiheit?

Ausland
23.04.2026 07:10

Seit 24 Tagen hängt der Buckelwal „Timmy“ in der Wismarbucht in Deutschland fest. Die Retter geben aber nicht auf und so soll am Donnerstag ein neues Konzept zur Anwendung kommen, um den Meeressäuger endlich auf seine Reise in den Atlantik zu führen.

Die Retter haben ihr Konzept offenbar überarbeitet. Laut „Bild“-Zeitung soll „Timmy“ nicht länger mit einem Ponton (schwimmende Plattform), sondern mit einer flutbaren Schute – einem motorlosen Lastkahn – in den Atlantik gebracht werden.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sei über den neuen Plan bereits informiert worden und habe keine Einwände gehabt.

Livestream zum Wal „Timmy“: 

„Wal musste stabilisiert werden“
Der Vorteil des neuen Konzepts soll sein, dass im Gegensatz zu dem Pontonsystem, der Wal absolut sicher transportiert werden könne. Das überarbeitete Konzept sieht eine „minimal invasive“ Spülmaßnahme vor – eine Maßnahme, die laut Backhaus unausweichlich war: „Der Wal musste stabilisiert werden, sonst wäre er vielleicht sogar umgekippt.“

Sticht der gestrandete Buckelwal „Timmy“ heute endlich in See? Die Helfer haben ihren ...
Sticht der gestrandete Buckelwal „Timmy“ heute endlich in See? Die Helfer haben ihren Rettungsplan angepasst.(Bild: AFP/FLORIAN MANZ)

Neue Tierärztin soll „Timmy“ retten
Beim Rettungsversuch neu mit an Bord ist auch Kirsten Tönnies. Die 58-jährige Tierärztin ist eigentlich Spezialistin für Haustiere, jetzt soll sie dem gestrandeten „Timmy“ helfen. Ihre Vorgängerin, Janine Bahr-van Gemmert, musste am Montag mit dem Hubschrauber wegen „Kreislaufsymptomen, Schlaganfall-Auffälligkeiten“ ins Krankenhaus gebracht werden, wie Mitinitiatorin der Wal-Rettungsinitiative, Karin Walter-Mommert, im Sender NDR erklärte. Nach einer Notoperation befindet sie sich im Koma.

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Der Gesundheitszustand des Tieres ist kritisch. Dennoch lebt der Wal, und solange diese Chance besteht, begleiten wir die Situation verantwortungsvoll.

Till Backhaus (SPD), Umweltminister im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern

Wasser stieg über Nacht
Eine weitere gute Nachricht: Laut dem Bundesamt für Wasserschifffahrt und Hydrographie stieg der Pegel in der Bucht von Poel über Nacht. Am Donnerstagmittag wird sogar ein Höchstsand über dem Nullpegel erwartet. „Timmy“ liegt derweil sicher in einer Kuhle, sodass er zum Großteil mit Wasser bedeckt ist. Mit dem steigenden Wasser wird er aber höchstwahrscheinlich nicht wieder herausschwimmen können.

Zustand des Wals besorgniserregend
Der körperliche Zustand des Wals bleibt jedoch besorgniserregend: Neben einer Hautkrankheit weist das Tier drei Verletzungen auf dem Rücken auf – laut Backhaus „wahrscheinlich durch Schraubenbewegungen“ verursacht – sowie einen Kratzer an der Seite.

Till Backhaus (SPD), Umweltminister im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Till Backhaus (SPD), Umweltminister im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern(Bild: AFP/DANNY GOHLKE)

Der Minister verweist dabei auf ein Gutachten, das auch Experten der Internationalen Walkkommission einbezieht. Das Fazit sei eindeutig: „Der Wal ist verletzt, stark geschwächt, es liegen Hautablösungen, Hinweise auf innere Verletzungen sowie auf weitere Schäden vor. Mehrfache Strandungen haben zusätzlich zu schweren körperlichen Belastungen geführt, darunter Druckverletzungen, Atemprobleme und Kreislaufstörungen.“ Die Schlussfolgerung fällt ernüchternd aus: „Eine Rettung ist nicht vielversprechend“, zitiert Backhaus das Gutachten.

„Timmy“ legte schon Hunderte Kilometer zurück
Rund 500 bis 600 Kilometer hat der Wal auf seiner Route nach Poel bereits hinter sich. Backhaus geht davon aus, dass er sich im Heringsstrom verirrt und so in die Ostsee geraten ist. Insgesamt sei das Tier „zwischen fünf und sechs Mal“ gestrandet. Zudem steht laut Backhaus fest: Das am Wal gefundene Netz kommt nicht aus deutschen Gewässern. „Wir können garantieren, dass das Netz, das er mitgeschleppt hat, nicht aus unseren Gefilden kommt“, betonte der Minister.

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