Wegen eines Ausbruchs von Rindertuberkulose musste in einem landwirtschaftlichen Betrieb der gesamte Bestand gekeult werden. Ein weiterer Hof steht nun unter Quarantäne. Die Infektion hängt mit einer Alpung außerhalb des Landes zusammen.
Wie das Land Vorarlberg informiert, musste am Mittwoch in einem Hof im Bezirk Dornbirn eine komplette Bestandstötung von insgesamt 21 Tieren durchgeführt werden. Die drastische Maßnahme wurde notwendig, da eine Untersuchung ergab, dass mehr als die Hälfte der Herde mit dem Erreger infiziert war.
Der Verdacht kam auf, nachdem bei einem geschlachteten und einem kurz darauf verendeten Tier TBC-verdächtige Veränderungen in der Lunge festgestellt worden waren. Der Ausbruch steht in Verbindung mit einer Alpung im vergangenen Sommer außerhalb Vorarlbergs.
Sechs Betriebe gesperrt
Da vor Kurzem mehrere Rinder aus dem betroffenen Betrieb auf einen weiteren Hof im Bezirk Dornbirn verbracht wurden, steht auch dieser nun unter behördlicher Sperre. Dort wurde bereits die diagnostische Tötung von sechs Tieren veranlasst, der restliche Bestand wird derzeit untersucht. Währenddessen gibt es auch positive Nachrichten: Im Bezirk Bregenz konnten die Sperren für vier Höfe wieder aufgehoben werden, nachdem die Nachuntersuchungen negativ ausfielen. Aktuell sind somit landesweit sechs Betriebe gesperrt – drei im Bezirk Dornbirn, zwei im Bezirk Bregenz und einer im Bezirk Bludenz.
Vier der sechs gesperrten Höfe stehen in Zusammenhang mit einer Alpung außerhalb des Landes. Weitere Informationen will das Land Vorarlberg veröffentlichen, sobald gesicherte Untersuchungsergebnisse vorliegen.
Grüne fordern klares Konzept für Kampf gegen TBC
„Wie viele Tiere müssen noch gekeult werden, wie viele Landwirte leere Ställe haben, bis die Landesregierung TBC mit dem nötigen Nachdruck bekämpft?“, reagierte Christine Bösch-Vetter, Landwirtschaftssprecherin der Vorarlberger Grünen, auf den aktuellen Fall in dem Dornbirner Betrieb. TBC würde nicht einfach von selbst verschwinden und weiterhin enormen Schaden anrichten, sowohl wirtschaftlich als auch emotional. Eine Erhöhung der Abschusszahlen würde da nicht ausreichen.
Bösch-Vetter fordert ein umfassendes Konzept zur Eindämmung der Krankheit, das sowohl den Ausstieg aus der Wildtierfütterung als auch die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarländern umfasst. Denn fest stünde: Weder Tiere noch Krankheiten würden sich an Ländergrenzen halten. Umso wichtiger sei daher eine enge und funktionierende Zusammenarbeit mit den Veterinärbehörden der Nachbarländer. „Die Tierseuche kann nur gemeinsam wirksam bekämpft werden“, so die Grüne.
Antrag zur Bekämpfung von TBC am 6. Mai im Ausschuss
Ein entsprechender Antrag der Grünen mit dem Titel „TBC endlich ernsthaft bekämpfen!“ wird am 6. Mai im Landwirtschaftlichen Ausschuss behandelt. Nach dem jüngsten TBC-Fall gehe Bösch-Vetter davon aus, dass Schwarz-Blau die Problematik nun ernst nimmt und dem Antrag zustimmen wird.
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