Als Protest gegen den Gesundheitsplan 2040+, marschieren am Donnerstag Dutzende, Donnerstag im Regierungsviertel St. Pölten auf. Es soll die größte Demo seit Langem sein in der Landeshauptstadt.
Mittlerweile sind geschätzt mehr als 500 Menschen eingetroffen in der Landeshauptstadt. „Wir brauchen keine Abgeordneten, die über unsere Köpfe hinwegentscheiden. Wir in NÖ halten zusammen. Gmünd und auch kein anderer steht alleine“, gab DDr. Josef Baum die Richtung der Demo vor.
„Ein schöner Moment“
Eine friedliche Demo – bisher gab es keine nennenswerten Ausschreitungen – wird erwartet. Umso brisanter sind aber die Inhalte, denn viele der Demonstranten kämpfen gegen die Ausdünnung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten und machen sich um die Sicherheit der Bürger vor Ort größte Sorgen. Demo-Moderator Christian Oberlechner am Ende der langen Kremser-Gasse: „Das ist ein schöner Moment, ich kann das Ende der Schlange gar nicht sehen! Wir sind eine überparteiliche Plattform und wir stehen zusammen: Alle!“
Der Tag wird sicher auch ein Gradmesser dafür werden, ob die Initiativen bei der Landespolitik doch noch Gehör finden und doch noch Zugeständnisse gemacht werden. Die Stimmung in den Reihen der Demonstranten ist auch wegen des für sie neu geschnürten Paketes für die Gesundheitsregion Weinviertel gut: Dass Mistelbach als Schwerpunktklinik so bestehen bleibt, bedeute für die Protestbewegung reichlich Wasser auf ihren Mühlen. „Es hat immer geheißen, der Gesundheitspakt wird nicht mehr aufgeschnürt. Für Mistelbach muss oder musste das aber passieren. Damit müssen auch alle anderen Dinge verhandelbar sein“, geben sich Kämpfer gegen die Landespläne zuversichtlich.
„Wir wollen rein!“
Im Regierungsviertel wurde sich kurz wieder zusammgewartet. In Spechchören wird gerufen: „Wir wollen rein!“ Im Rahmen der Protestaktion wurde auch zum Gespräch mit Fachleuten des Gesundheitsplans im Landhaus eingeladen. Mit dabei sein werden auch die Gesundheitssprecher aller im Landtag vertretenen Parteien, kündigte ÖVP-Klubobmann Kurt Hackl an.
Bei der Zusammenkunft der Demonstranten vor dem Landhaus-Schiff wird es dann ruhiger. Die einzelnen Initiativen erklärten die großen Probleme, die der Gesundheitsplan auslöse in den Regionen auslöse. Als Solitdarität wurde für jedes Projekt Applaus. „In einem Land, wo die Ausbildung zur Rettungssanitäterin 260 Stunden und die Ausbildung zur Fußpflegerin 2 Jahre dauert, können wir diese Streichungen nicht hinnehmen“, sagte ein Initiativensprecher.
Kasser: „Unterschiedliche Zugänge zu Versorgung“
Dass elf Notarztstandorte an nur einem einzigen Tag geschlossen werden sollen, sei untragbar, merkt einer der Demo-Initiatoren an. „Wir möchten, dass das nochmal ausverhandelt wird. Landesrat Anton Kasser (ÖVP) antwortet: „Ein gemeinsames Interesse eint uns. Nämlich die beste Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Dazu gibt es unterschiedliche Zugänge“.
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