18.05.2020 13:29 |

TSMC kappt Beziehungen

Huawei verliert seinen wichtigsten Chiplieferanten

Im neuerlichen Anlauf, Druck auf den der Spionage bezichtigten chinesischen Huawei-Konzern auszuüben, hat die US-Regierung Chipherstellern im Ausland verboten, ohne ihren Segen Halbleiter für Huawei zu produzieren, wenn die dafür nötige Technik aus den Vereinigten Staaten stammt. Das betrifft besonders den Auftragsfertiger TSMC in Taiwan, der wenige Tage nach Bekanntgabe der Sanktionen nun keine Bestellungen von Huawei mehr annimmt.

Der taiwanesische Chiphersteller verfügt über die modernsten Chipfabriken der Welt und fertigt Prozessoren für das Who-is-Who der IT - etwa AMD, Apple oder eben auch Huawei. Durch die neuen US-Handelsbeschränkungen verliert TSMC nun allerdings seinen zweitgrößten Kunden.

Offene Bestellungen werden noch abgearbeitet
Wie die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ meldet, nimmt TSMC keine Bestellungen von Huawei mehr an. Bereits aufgegebene Chipbestellungen werden noch bis Mitte September - so lang läuft die von der US-Regierung eingeräumte Galgenfrist - abgearbeitet, dann soll vorerst Schluss mit der Chipfertigung für Huawei sein.

Huawei hat sich mit Chips für ein Jahr eingedeckt
Dem Bericht zufolge hat man sich bei Huawei auf Chip-Engpässe vorbereitet und genug Halbleiter gehortet, um die Produktion zumindest ein Jahr lang aufrecht erhalten zu können. Wenn der Fertiger in Taiwan längerfristig keine Chips an Huawei liefern darf, werden sich die Chinesen allerdings nach einem anderen Auftragsfertiger umsehen müssen.

Chinesischer Rivale kann noch nicht mithalten
In China gibt es mit SMIC war einen TSMC-Rivalen, der für Huawei produzieren könnte, dessen Fertigungstechnik ist allerdings nicht so modern wie jene von TSMC, könnte in ihrer jetzigen Form also bei der Produktion komplexer Smartphone-CPUs schnell an ihre Grenzen stoßen.

US-Regierung fördert TSMC-Fabrik in Arizona
Nachdem schon länger Gerüchte kursierten, hat die US-Regierung Ende letzter Woche mit den Chip-Sanktionen gegen Huawei Ernst gemacht. Bei TSMC hat man angekündigt, die Vorgaben der US-Regierung unabhängig prüfen zu lassen. Am Tag vor der Bekanntgabe der neuen Huawei-Sanktionen hatte TSMC den von der US-Regierung geförderten Bau einer 12 Milliarden US-Dollar teuren Chipfabrik im US-Bundesstaat Arizona verkündet.

Vor den Sanktionen gegen ausländische Chiplieferanten hatte die US-Regierung bereits Handelsbeschränkungen über IT-Unternehmen in den USA verhängt. Google darf seither keine Apps mehr für Huaweis Android-Smartphones liefern, Microsoft verkauft indes munter weiter Windows-Lizenzen nach China.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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