16 Mal wurde die Note "sehr gut" vergeben, viermal "gut", zweimal "ausreichend", dreimal "bedenklich" und einmal sogar "mangelhaft". Die heimischen Testobjekte Katschberg-, Tanzenberg- und Kreuzensteintunnel wurden nach teilweise schlechten Benotungen in früheren Jahren nun saniert und sicherheitstechnisch auf Vordermann gebracht. Einziges Manko: In einigen heimischen Tunneln sind Rollstuhlfahrer auf fremde Hilfe angewiesen. Etwa in der meistbefahrenen Röhre Österreichs, dem Kaisermühlentunnel der Donauuferautobahn (A22): Dort erreichen Rollstuhlfahrer wegen der Randsteine weder Fluchtwege noch kommen sie an Notrufeinrichtungen heran. Im Test war der Kaisermühlen Tunnel nicht vertreten.
Frankreich als Vorbild
Der isländische Testverlierer wies bei der Überprüfung eine lange Liste an Mängeln auf. Er ist nur lückenhaft per Video überwacht, auch die Notrufanlagen sind weit verstreut und ein automatisches Brandmeldesystem fehlt, sodass die Tunnelsperre und die Alarmierung der Feuerwehr manuell durchgeführt werden müssen. Eine Orientierung bei Feuer würde durch die schwache Beleuchtung zusätzlich erschwert.
Viel Lob gab es für den französischen Sieger im Test: So ein hohes Sicherheitsniveau gibt es in kaum einem Land, auch nicht in Österreich, schwärmt der ÖAMTC. Der Duplex sei ein Beispiel für innovativen Tunnelbau und Sicherheit. Er verfügt etwa über Fluchtwege im Abstand von 200 Metern, hat alle 1.000 Meter Rettungsschächte ins Freie und besonders kurze Anfahrtswege für Feuerwehren.
Tunnelbauer haben aus vielen alten Fehlern gelernt, einige Mängel ziehen sich aber weiterhin wie ein roter Faden durch die Tests. So gab es bei mehr als einem Viertel keine Hydranten an den Portalen, bei knapp einem weiteren Viertel fehlten Schranken zur Tunnelsperrung. Bei jeweils vier Tunneln war der Abstand zwischen den Notrufanlagen zu groß, es gab keine Löschwasserversorgung im Tunnel oder die Überfahrtmöglichkeit für Einsatzfahrzeuge an den Portalen fehlte.
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