22.02.2020 07:00 |

Von traurig bis bizarr

Authentische Szenen aus dem Leben der Influencer

Menschenleere Strände, makellose Körper, perfektes Wetter und oft auch eine Prise Sex: Für den einfachen Follower wird es geradezu intim, wenn „Influencer“ ihn mit einem Schnappschuss aus ihrem Leben in den sozialen Medien beglücken. Doch der Schein trügt, ruft nun - ausgerechnet - eine Instagram-Seite in Erinnerung. „Influencers in the Wild“ erzählt die glanzlosen Geschichten hinter den Fotos.

Influencer sind der neue Hausverstand: Um junge Zielgruppen zu erreichen, setzen Marketing-Verantwortliche heute oftmals lieber auf Social-Media-Selbstdarsteller (sogenannte Influencer) statt auf klassische Werbestars.

Sie rekeln sich mit dem neuesten In-Kracherl, teuren Smartphones oder nur das Nötigste verhüllender Badebekleidung an hübschen Orten und zeigen den Followern, wie sich das schöne Leben der Instagrammer und YouTuber anzufühlen hat.

Der Weg zum Influencer-Star ist steinig
Für die Reklameindustrie sind die Social-Media-Stars wegen ihrer vermeintlichen Authentizität und ihrer ungefilterten Wirkung auf die Gefolgschaft höchst interessant. Für die Influencer selbst sind die häufig nicht korrekt markierten Produktplatzierungen und aus ihrer Popularität resultierende Werbedeals ein gutes Geschäft.

Doch so attraktiv das neue Berufsbild für junge Menschen ist, so steinig ist der Weg dorthin: Die vermeintlich authentischen Schnappschüsse zu produzieren ist harte und glanzlose Arbeit - und unfreiwillig komisch oder auch bizarr, wenn man das Treiben der Influencer aus der Ferne betrachtet. „Influencers in the Wild“ hat dem Spannungsfeld zwischen perfekten Instagram-Bildchen und dem weniger perfekten Weg zu selbigen eine unterhaltsame Instagram-Seite gewidmet.

Hier sehen Sie einen Auszug der dort veröffentlichten Clips:

Manchmal unfreiwillig komisch, manchmal traurig, manchmal direkt Mitleid erregend: Die Making-of-Clips bei „Influencers in the Wild“ stehen den makellosen Schnappschüssen der Social-Media-Stars in puncto Unterhaltungswert um kaum etwas nach. Im Gegenteil: Manch einer könnte sich hier besser unterhalten fühlen als durch das Influencer-Endprodukt.

Der Weg zum Bild kann bizarr sein
Bisweilen wird es bei „Influencers in the Wild“ auch bizarr - etwa, wenn Eltern ihren Nachwuchs im Kleinkindalter dazu verpflichten, die in einen unkonventionell knappen Badeanzug gehüllte Mutter dabei zu fotografieren, wie sie sich an den in der Brandung am vor ihr knienden Vater in US-Flaggen-Badehose lehnt.

Oder wenn der gemütliche Ausflug ins Strandcafé von ihre Kehrseiten für Instagram in die Handykamera reckenden String-Tanga-Blondinen gecrasht wird. Oder wenn zwei junge Männer sich im Schlick der Brandung suhlen und der eine dabei lasziv ins Smartphone des anderen blickt.

Manchmal wird es richtig schmerzhaft
Ebenfalls sehenswert: Clips der Kategorie „Blut, Schweiß und Tränen“, in denen Influencer unter nicht zu verbergenden Schmerzen mit blankem Gesäß auf rauen Holzgeländern herumrutschen, sich bis zur Unkenntlichkeit verrenken, oder von der Größe und Mobilität heranrauschender Wellen überrascht werden. Oder wenn die Windschutzscheibe sich doch nicht als der optimale Salto-Landeplatz entpuppt, nach dem sie wenige Sekunden zuvor noch aussah.

Vielerorts werden Influencer zum Problem
So lustig manch eine dieser Aufnahmen auf den ersten Blick sein mag: Influencer sind vielerorts mittlerweile zu einem echten Problem geworden. Da werden giftige Kraftwerks-Kühlteiche wegen des auffallend türkisgrünen Wassers unter Missachtung der eigenen Gesundheit zur Foto-Location erkoren und Universitäten nicht mehr wegen des dort vermittelten Wissens, sondern wegen der Instagram-tauglichen Architektur frequentiert.

Touristen posieren nackt beim Wandern und in alten Tempeln und manch einer sucht den Nervenkitzel am Gleis vor einem nahenden Zug. Alles für das ach so authentische Foto und eine Handvoll Likes …

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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