12.07.2019 09:02

Schön, aber gefährlich

Türkises Wasser: Influencer rekeln sich an Giftsee

Türkisblaues Wasser, sonnige Strände, schöne Menschen: Für die lokale Jugend ist ein kleiner künstlicher See in Sibirien der Instagram-Hotspot schlechthin. Sie spricht von den „Malediven von Nowosibirsk“ und setzt sich am und auf dem See in Szene. Das Idyll hat allerdings einen Haken: In dem Gewässer entsorgt ein Kohlekraftwerk seine Abfälle, das giftige Wasser verursacht allergische Reaktionen.

Auf Instagram erfreut sich der künstliche See in Nowosibirsk größter Beliebtheit. Freizügige Blondinen rekeln sich, den Wind im Haar, für die Netzgemeinde im Bikini an seinen Ufern, sportliche Burschen frönen am See dem Stand-up Paddling, ja selbst Hochzeitsfotos entstehen am Ufer.

„Nicht in unserer Aschedeponie schwimmen!“
Doch die Idylle trügt. Seine Farbe hat das ungewöhnlich türkise Wasser von den Abfällen, die das lokale Kohlekraftwerk darin entsorgt. „In unserer Aschedeponie kann man nicht schwimmen. Hautkontakt mit diesem Wasser kann allergische Reaktionen auslösen“, warnte deshalb jüngst der Kraftwerksbetreiber die lokale Jugend über die russische Facebook-Alternative Vkontakte.

Am dem Grund des Gewässers liegen laut dem Kraftwerksbetreiber zwei Meter zu Schlamm gewordene Asche, im Wasser schwimmen Metalloxide. Wer in den Ablagerungen stecken bleibt, sitzt fest und kommt kaum aus eigener Kraft wieder heraus.

Warnungen halten Instagrammer nicht fern
Der lokalen Instagram-Gemeinde scheint das alles nichts auszumachen: Obwohl die Kraftwerksbetreiber bereits vor Monaten vor dem Gewässer gewarnt und sogar Warnschilder drum herum aufgestellt haben, zieht es noch immer junge Menschen an den Deponieteich, um in giftiger Umgebung schöne Fotos zu knipsen.

Freilich bringen sich Jugendliche für das vermeintlich perfekte Social-Media-Foto auch in ganz andere Gefahren, posieren mit Wildtieren oder ohne Sicherung auf Hochhäusern. Im Vergleich dazu erscheint verseuchtes Wasser und giftiger Schlamm vielen von ihnen vermutlich geradezu harmlos.

 krone.at
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