Rechenzentrum in OÖ

Entscheidung zu Google-Vollausbau fällt erst 2027

Oberösterreich
28.07.2026 17:30

Im ersten Halbjahr 2027 soll feststehen, ob der geplante Vollausbau des Rechenzentrums von Google im oberösterreichischen Kronstorf genehmigt wird. Indessen prallen weiter Argumente von Befürwortern und Kritikern aufeinander.

Eine Serverfarm auf 50 Hektar und Investitionen von mehreren Milliarden Euro – seit bekannt wurde, dass der US-Konzern Google in Kronstorf in Oberösterreich eines seiner größten Rechenzentren in Europa errichtet, ist ein Streit über das Megaprojekt entbrannt. Die Fronten:

  • Folgen für die Umwelt: Umweltschutzorganisationen kritisieren, dass Google 99 Liter Wasser pro Sekunde, das zur Kühlung der Server verwendet wird, im Anschluss erwärmt auf 30 Grad in die Enns zurückleiten darf. Demgegenüber steht der gültige wasserrechtliche Bescheid, der grünes Licht auch bereits für den Vollausbau des Rechenzentrums gibt. Demzufolge erwärmt sich die Enns – sie führt 100.000 bis 200.000 Liter pro Sekunde – durch den Google-Rückfluss um kaum messbare 0,005 Grad.
  • Folgen für die Wirtschaft: Der Bodenverbrauch stehe in keiner Relation zu den nur 100 Arbeitsplätzen, die in Kronstorf dadurch entstehen, bemängeln Kritiker. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) hält die Ansiedlung hingegen für einen „strategischen Meilenstein für Oberösterreich“, wie er am Dienstag betonte: „Wir bauen damit die digitale Infrastruktur des 21. Jahrhunderts.“ Mehr als 100 heimische Betriebe hätten durch den Bau bereits Aufträge erhalten, zudem verkürze das Rechenzentrum die Ladezeiten von digitalen Prozessen. Fakt ist: Wenn Firmen – etwa Industriebetriebe, die auf Künstliche Intelligenz setzen – die schnelle Rechenleistung in Kronstorf nutzen möchten, müssen sie auf Google-Dienste zurückgreifen.
  • Transparenz: Vor allem die Grünen und Bürgerinitiativen kritisieren fehlende Transparenz, etwa zum genauen Strombedarf. Tatsächlich ist Google mit Informationen eher zurückhaltend.
  • Wie es weitergeht: Der Bau der ersten Stufe der Serverfarm ist behördlich bewilligt und läuft seit dem Frühjahr. Das Rechenzentrum soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Darüber hinaus laufen derzeit die bau- und gewerberechtlichen Verfahren für den von Google gewünschten Vollausbau des Rechenzentrums. Landesrat Achleitner rechnet mit Entscheidungen voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027.
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