19.07.2019 08:58 |

Versuch in 6 Ländern

„Kein Wettbewerb“: Instagram dreht die „Likes“ ab

Nur der Inhalt zählt: Instagram verbirgt seit Donnerstag die Gefällt-mir-Angaben unter Bildern von Nutzern in sechs Ländern, darunter Italien, Japan und Australien. Die zu Facebook gehörende Foto-Plattform gab an, den Druck von ihren Nutzern nehmen zu wollen, möglichst viele „Likes“ zu erzielen.

Instagram reagierte damit auf Vorwürfe, wonach soziale Netzwerke der mentalen Gesundheit schaden. Vorläufig ist für die Nutzer demnach nicht mehr erkennbar, wie viele Gefällt-mir-Angaben ein Foto in einem anderen Account erzielt hat. Die Anzahl an „Likes“ im eigenen Profil ist hingegen weiterhin sichtbar.

„Kein Wettbewerb“
Bei dem Versuch gehe es darum, dass die Menschen sich darauf konzentrieren „die Dinge zu teilen, die sie lieben“, erklärte eine Verantwortliche des Unternehmens in Australien und Neuseeland. „Wir wollen nicht, dass der Eindruck entsteht, bei Instagram finde ein Wettbewerb statt“, fügte sie hinzu.

Der Konzern gab nicht bekannt, wie lange die Testphase dauern soll. Die Messinstrumente, mit denen Unternehmen die Reichweite ihrer Werbung auf Instagram messen, sollen nicht von der Änderung betroffen sein.

Nutzer unter Druck
In den vergangenen Jahren hatten Studien über den Einfluss von sozialen Netzwerken gezeigt, dass Instagram eine negative Wirkung auf die mentale Gesundheit seiner Nutzer haben kann.
Eine US-Studie des „Pew Research Center“ aus dem Jahr 2018 fand heraus, dass fast 40 Prozent der Jugendlichen auf Instagram sich unter Druck setzten, nur Inhalte zu veröffentlichen, von denen sie sich möglichst viele Reaktionen erwarten.

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