Die von der Regierung eingeführte Teilpension wird kaum angenommen, zeigen neue Zahlen: In den ersten drei Monaten nahmen 245 Personen das Modell in Anspruch, im Mai kamen in Summe nur 33 Bezieher dazu. Die von der Regierung angepeilten 10.000 „Teilpensionisten“ pro Jahr rücken in weite Ferne. Sozialministerin Schumann will künftig „mehr informieren“.
Kennen Sie jemanden, der in „Teilpension“ ist? Wahrscheinlich nicht, denn das Modell ist bisher ein Ladenhüter. Dabei soll die Alternative zur Altersteilzeit den Staat entlasten und gleichzeitig Älteren einen guten Übergang in den Ruhestand ermöglichen.
Die Teilpension ermöglicht es älteren Arbeitnehmern, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und gleichzeitig einen Teil ihrer gesetzlichen Pension zu beziehen, statt sofort in den Ruhestand zu gehen.
245 Bezieher in drei Monaten
Daten der Pensionsversicherung zeigen: Im ersten Monat der Einführung entschieden sich 46 Personen für die Teilpension, im April waren es 142 neue Bezieher, im Mai lediglich 33. In Summe sind es 245 Teilpensionisten, davon nur 79 Frauen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 gab es mehr als 41.000 Bezieher von Altersteilzeit, im Schnitt mehr als 3400 monatlich.
Dass die teure Altersteilzeit parallel bestehen blieb, war ein Fehler und unterläuft die Bemühungen der Regierung, die Teilpension zu forcieren.

Carmen Treml, Agenda Austria
Bild: Markus Rössele
Bei der Reform kündigte Sozialministerin Korinna Schumann an, 10.000 Bezieher jährlich erreichen zu wollen, doch das Ziel rückt in weite Ferne. Geht es in dem Tempo weiter, dauert es eher zehn Jahre als ein Jahr.
Für Carmen Treml, Ökonomin bei der Agenda Austria, ist das Problem hausgemacht: „Die Regierung hat gleichzeitig an der sehr teuren Altersteilzeit festgehalten. Dass es beide Modelle parallel gibt, schmälert den Anreiz für die Teilpension.“
In Summe geht die Rechnung für den Staat also nicht auf, die Reform bringt kaum etwas. Treml appelliert, die Altersteilzeit abzuschaffen oder stark einzuschränken. Dass die Teilpension in den nächsten Monaten noch zum Erfolgsmodell wird, hält sie für sehr unwahrscheinlich.
Schumann: „Müssen mehr informieren“
Ein Problem: Laut Ministerium liegen die geringen Zahlen am Bekanntheitsgrad der eigenen Maßnahme. „Es braucht Zeit, bis sich ein neues Instrument etabliert“, heißt es aus dem Büro von Sozialministerin Korinna Schumann. „Wir sehen, dass wir noch intensiver darüber informieren müssen. Gemeinsam mit den Sozialpartnern werden wir die Informationsarbeit verstärken, damit Beschäftigte und Betriebe die Möglichkeiten der Teilpension kennen und nutzen können.“
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