Neue Komplikationen

Angriff! Evakuierung in Straße von Hormuz gestoppt

Außenpolitik
25.06.2026 21:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kurz nachdem mit der Evakuierung von Schiffen rund um die Straße von Hormuz begonnen worden ist, musste sie am Donnerstag auch schon wieder vorläufig gestoppt werden. Ein Schiff, dass die Meeresenge passiert hatte, wurde im Golf von Oman angegriffen. Die Ölpreise zogen daraufhin an.

Die Weltschifffahrtsorganisation IMO, die die Evakuierung koordiniert, unterbrach daraufhin alle Durchfahrten. „Dieses Schiff befand sich nicht im Rahmen des Evakuierungsplans der IMO auf der Durchfahrt“, erklärte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez nach dem Vorfall. 

Nähere Angaben zu dem Schiff und zum Angriff machte die UNO-Sonderorganisation nicht. Nach Angaben des internationalen Schifffahrtsverbandes Bimco handelt es sich um ein Handelsschiff, das die Straße von Hormuz unter Nutzung der Küstenverkehrszone vor Oman durchfuhr.

Am Mittwoch konnten 70 Schiffe die Meeresenge passieren:

„Sicherheit der Seeleute oberste Priorität“
Er habe beschlossen, die Umsetzung des Evakuierungsplans „vorübergehend auszusetzen, um erneut zu überprüfen, ob die erforderlichen Sicherheitsgarantien für die Schiffe auf unserer Evakuierungsliste und alle Schiffe in der Region weiterhin gegeben sind“, sagte Dominguez. „Ich habe stets betont, dass die Sicherheit der Seeleute oberste Priorität hat. Um daher ein koordiniertes Vorgehen und die Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten, wird der Evakuierungsplan bis zur Klärung der Lage ausgesetzt.“

Meerenge wochenlang blockiert
Die UNO-Sonderorganisation hatte am Dienstag angekündigt, mehr als 11.000 Seeleute aus der Region zu evakuieren. Noch am selben Tag passierten erste Schiffe die Meerenge. Die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormuz war wochenlang faktisch blockiert gewesen, als zunächst der Iran mit Drohungen und Angriffen auf zivile Schiffe begann und später die USA iranische Häfen blockierten.

Vorausgegangen waren amerikanisch-israelische Angriffe auf den Iran. Inzwischen haben sich Washington und Teheran vorläufig auf ein Ende der Kampfhandlungen geeinigt.

Ölpreis zog nach Zwischenfall deutlich an
Nachdem die Ölpreise zuletzt auf gesunken waren, sorgten die negativen Nachrichten am Donnerstagabend für einen neuerlichen Anstieg: Nach einem Rückgang von bis zu rund zwei Prozent drehte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der weltweiten Referenzsorte Brent am Nachmittag ins Plus. Dieser Aufwärtstrend verstärkte sich am Abend nach dem Zwischenfall in der Straße von Hormuz.

Im Vergleich zum Tagestief ist dies ein Plus von rund fünf Prozent. Am Vormittag war der Preis zeitweise bis auf 72,06 Dollar gefallen. Das war das niedrigste Niveau seit Beginn des Iran-Kriegs. In den ersten Wochen und Monaten des Konflikts war der Ölpreis deutlich gestiegen. Ein Barrel der Sorte Brent hatte zeitweise etwas mehr als 126 Dollar gekostet. Seit diesem Zwischenhoch seit Ende April ging es stetig nach unten.

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