Mi, 19. Dezember 2018

Rechtslage ungeklärt

12.07.2018 08:52

Airbnb boomt zunehmend auch in Österreich

Immer mehr Urlauber buchen ihr Ferienquartier via Airbnb. Seit dem Österreich-Start im Jahr 2011 haben sich bereits zwei Millionen Besucher ihre Unterkunft über die Online-Vermietungsplattform organisiert, rund 770.000 davon allein im Vorjahr, wie aus dem aktuellen „Reisebericht Österreich“ des Anbieters hervorgeht.

Airbnb wurde vor zehn Jahren gegründet, ist seither weltweit explosionsartig gewachsen, zog in Österreich 2017 aber erst einen Bruchteil des österreichischen Tourismusgeschäfts ab: Denn insgesamt kamen im abgelaufenen Jahr etwas über 43,1 Millionen Feriengäste nach Österreich, inklusive Airbnb waren es dann knapp 43,9 Millionen. Österreich sei „ein attraktives Reiseziel, das auch auf Airbnb ein stetiges Wachstum erfährt, vor allem in den ländlichen Regionen“, betont der Country Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Alexander Schwarz.

Die meisten Airbnb-Buchungen verteilten sich 2017 auf die Städte Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz und Linz. Doch die Vermittlungsplattform verzeichnet laut Eigenangaben auch „einen starken Zuwachs in den Ferienregionen“. Die Gäste reisten zunehmend in Gegenden außerhalb der Großstädte - 2017 sei die Zahl der Gästeankünfte dort gegenüber dem Jahr davor um 77 Prozent gestiegen. Von den 770.000 Gästen in den Airbnb-Unterkünften in Österreich stammten rund 64.500 aus dem Inland, vor allem aus Wien (39.600). Der überwiegende Teil der 600.000 Österreicher, die im Vorjahr über die Plattform buchten, wählte demnach ein Quartier im Ausland.

Meiste Airbnb-Gäste aus Deutschland und den USA
Die Gäste in den Unterkünften in Österreich kamen dem Länderbericht zufolge vor allem aus Deutschland (142.900 Besucher), den USA (97.800), Österreich, Großbritannien (52.800), Frankreich (45.000) und Italien (28.300). Im Schnitt blieben die Besucher 3,4 Nächte lang.
Die besten Gästebewertungen bekamen im abgelaufenen Jahr die Quartiergeber in Bad Ischl (Oberösterreich), Reutte (Tirol) und Bregenz (Vorarlberg).

Juristischer Graubereich
Nach wie vor ungeklärt und heftig umstritten ist aber unter anderem die abgabenrechtliche Situation der Airbnb-Unterkünfte in Österreich. Die offiziellen heimischen Beherbergungsbetriebe fühlen sich angesichts der Steuern, die nur sie leisten müssen, und der Auflagen, die nur sie erfüllen müssen, gegenüber den Airbnb-Quartiergebern massiv benachteiligt. Das Kurzzeitvermietungsgeschäft bewegt sich hierzulande nach wie vor im juristischen Graubereich.

Weltweit hat Airbnb eigenen Angaben zufolge bisher mit über 400 Städten und Kommunen sowie über eine nationale Vereinbarung mit 23.000 französischen Gemeinden eine automatisierte Einhebung und Ausschüttung von Beherbergungsabgaben vereinbart - im deutschsprachigen Raum gelte dies etwa für Städte wie Zürich, Frankfurt und Dortmund. In Österreich soll solch eine Vereinbarung unter anderem mit der Stadt Wien sowie mit den Bundesländern Salzburg, Tirol, Oberösterreich und der Steiermark in Arbeit sein.

Lukratives Geschäft für Investoren
Zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik gerät der Online-Vermittler auch wegen der zahlreichen professionellen Investoren, die hinter den Vermietern stehen und via Kurzzeitvermietung an Touristen bei Weitem mehr Geld machen als sie mit der herkömmlichen Langzeitvermietung ihrer Immobilien erzielen könnten. Das treibe die Immo-Preise nach oben. Laut Airbnb sind die Gastgeber in Österreich „überwiegend Privatpersonen“.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Mir geht es besser“
Live im TV: Lauda telefonierte mit Lebensretter
Formel 1
„Haben den IS besiegt“
Paukenschlag: USA vor Rückzug aus Syrien
Welt
Eurofighter-Ausschuss
Amtsgeheimnis verletzt? SPÖ zeigt Grasser an
Österreich
Nilla Fischer
Lesbische Fußballerin erhält Morddrohungen!
Fußball International
Seuntjens-Kunstschuss
„Schwarze Magie“ oder Pech des Jahres?
Fußball International
Stuhec schafft Double
Schmidhofer verpasst Sieg um fünf Hundertstel!
Wintersport

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.