Attentat in der Türkei

Schütze (14) hatte frauenfeindliches Vorbild

Ausland
17.04.2026 17:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der 14-jährige Todesschütze in der Türkei hatte sich offenbar den US-Attentäter Elliot Rodger zum Vorbild genommen. Vor seiner Tat habe sich der Schüler in Postings auf ihn bezogen, teilte die Polizei mit. Rodger hatte 2014 aus Frauenhass sechs Menschen getötet.

Wie berichtet, hat der Schüler am Mittwoch in der südtürkischen Stadt Kahramanmaras fünf Buben und drei Mädchen im Alter von zehn und elf Jahren sowie eine Lehrkraft (55) erschossen. Er erschien mit fünf Waffen in seiner Schule und eröffnete das Feuer wahllos in zwei Klassenräumen. Dabei wurden auch 13 Menschen verletzt. Anschließend beging der Angreifer Suizid.

Ein Hinweis auf das Motiv könnte das WhatsApp-Profil des 14-Jährigen sein. „Erste Erkenntnisse der Ermittlungen ergaben, dass der Täter auf seinem WhatsApp-Profil ein Bild verwendete, das auf Elliot Rodger Bezug nahm, der 2014 einen Anschlag in den Vereinigten Staaten verübte“, berichtete die Polizei. Der US-Angreifer hatte an einer kalifornischen Universität sechs Menschen getötet. Zuvor beschwerte er sich im Internet über Frauen, die ihn zurückgewiesen und ignoriert hätten – und kündigte an, Rache an Frauen zu nehmen.

In der Türkei fielen in dieser Woche gleich zweimal Schüsse an Schulen.
In der Türkei fielen in dieser Woche gleich zweimal Schüsse an Schulen.(Bild: AP/Mevlut Bayraktar)
Die Polizei nahm inzwischen mehr als 400 Menschen fest. Viele von ihnen hatten im Internet zu ...
Die Polizei nahm inzwischen mehr als 400 Menschen fest. Viele von ihnen hatten im Internet zu Hass aufgerufen.(Bild: EPA/STRINGER)

Waffen gehörten Vater
Der 14-Jährige in der Türkei plante seinen Angriff laut den Ermittlerinnen und Ermittlern zumindest mehrere Tage lang.  Auf seinem Computer wurden Dokumente vom 11. April gefunden, in denen er seine Absicht niederschrieb, „in der nahen Zukunft einen großen Angriff auszuführen“. Einen terroristischen Hintergrund schlossen Staatsanwaltschaft und Polizei aus. Die Waffen, die der Jugendliche nutzte, gehörten dem Vater, einem ehemaligen Inspektor der städtischen Polizei. Dieser wurde festgenommen.

Erst am Dienstag hatte ein 19-Jähriger an seiner ehemaligen Schule im Südosten der Türkei um sich geschossen und mindestens 16 Menschen verletzt. Auch er beging nach seiner Tat Suizid.

Tausend Internetkonten gesperrt
Nach den beiden Schussangriffen in nur zwei Tagen tauchten im Internet Falschinformationen und Kommentare auf, die die Täter priesen. Die Polizei nahm deshalb 411 Menschen fest. Diese hätten etwa Drohungen ausgesprochen und die Bevölkerung zu Hass aufgerufen, hieß es. Mehr als Tausend Internetkonten seien gesperrt worden. Man habe Betreiberinnen und Betreiber von Konten mit aggressiven und provokativen Inhalten identifiziert. Diese sollen beispielsweise Verbrechen verherrlicht und zu weiteren Angriffen an Schulen aufgerufen haben.

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