Mo, 17. Dezember 2018

Fragwürdiger Scherz

17.04.2018 14:15

WLAN hieß „Fernzünder“: Fitnesstempel evakuiert

Wegen eines Scherzbolds, der sein heimisches WLAN-Netzwerk „Fernzünder“ nennt, hat die Polizei im US-Bundesstaat Michigan einen Fitnesstempel evakuieren müssen. Erst nach der Durchsuchung des Studios durch Bombenspürhunde war klar, dass es sich bei dem verdächtigen WLAN um keine Bombe, sondern nur um einen schlechten Schmäh gehandelt hatte.

WLAN-Netzwerke darf der Betreiber prinzipiell nennen, wie er will. Und viele tun das auch, was zu mehr oder minder unterhaltsamen WLAN-Kennungen in der Öffentlichkeit führt. Ein Bewohner der Kleinstadt Saginaw in Michigan hat nun allerdings den Beweis angetreten, dass aus so einem Scherz ganz schnell Ernst werden kann.

„Remote Detonator“ verstörte Kunden eines Fitness-Studios
Der WLAN-Nutzer, der unweit eines Fitness-Studios in Saginaw wohnt, hatte seinem WLAN den Namen „Remote Detonator“ (deutsch: Fernzünder) gegeben. Ein Kunde des Studios sah den verdächtigen WLAN-Namen und fragte bei den Mitarbeitern des Michigan Planet Fitness Gym nach, was es damit auf sich habe. Diese wussten auch keinen Rat und riefen die Polizei.

Als die Gesetzeshüter eintrafen, wurde der Fitness-Tempel evakuiert und mit Bombenspürhunden durchsucht. Schon nach kurzer Zeit konnte Entwarnung gegeben werden: Bei dem „Remote Detonator“ handelte es sich nicht um eine Bombe, sondern lediglich um einen WLAN-Namen. Der örtliche Polizeichef Donald Pussehl zu „CNET“: „Es wurde kein Verbrechen begangen, es wurden keine weiteren Maßnahmen gesetzt.“ Den Betreiber des WLAN-Netzwerks konnten die Ermittler nicht ausforschen.

„Mobile Detonation Device“ im Flugzeug
Es ist nicht das erste Mal, dass ein fragwürdiger WLAN-Bombenschmäh für Wirbel sorgt. Vor rund zwei Jahren verzögerte beispielsweise ein Flugpassagier den Abflug eines Jets der australischen Airline Qantas um mehrere Stunden. Weil er sein mobiles WLAN „Mobile Detonation Device“ genannt hatte, musste das Flugzeug evakuiert und durchsucht werden.

Solche Fälle zeigen, dass Betreiber von WLAN-Netzwerken bei der Wahl ihres Netzwerknamens ein gewisses Feingefühl an den Tag legen sollten. Unterhaltsame WLAN-Namen können zwar tatsächlich für Lacher sorgen. Sie können gerade im Zeitalter der Terrorangst aber auch schnell als Bedrohung wahrgenommen werden und Polizeieinsätze auslösen.

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