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Die Highlights der Motorradmesse EICMA 2015

Motor
18.11.2015 05:34
Eine bayerische Scrambler, der nächste Super-Supersportler, der Naked-Ableger eines Super-Supersportlers, dazu noch eine ganze Reihe weiterer interessanter Neuheiten - es wird einiges geboten auf der EICMA (bis 22. November), DER Motorradmesse des Jahres. Abgesehen davon: So viele schöne Frauen wie dieses Jahr wurden hier in Mailand wohl schon lange nicht mehr aufgeboten, um das Angebot auf dem Zweiradmarkt zu präsentieren.

Hier wollen wir uns aber hauptsächlich weniger den zweibeinigen, sondern den zweirädrigen Highlights widmen, wobei natürlich in der Natur der Sache liegt, dass sich das nicht ganz trennen lässt.

BMW R nineT Scrambler
Den Anfang macht eine der Überraschungen der EICMA, die BMW R nineT Scrambler - wobei es eigentlich nahe lag, die BMW R nineT genau zu diesem Ding umzubauen. Längere Federwege, vorne 19 statt 17 Zoll mit Stollenreifen, dazu ein hochgezogener Doppelauspuff und feine Details, die den Bayern-Scrambler zum Blickfang machen, etwa die abgesteppte Sitzbank. Der Soziusrahmen ist demontierbar, was entsprechende Variationsmöglichkeiten bringt. Es bleibt beim luftgekühlten 1200er-Boxer mit 110 PS und 116 Nm.

BMW R nineT Scrambler im Video:

Und hier die Fotos:

Yamaha MT-10
Yamaha beschwört erneut die "Dark Side of Japan" und macht aus dem extrem guten Supersportler R1 ein Naked Bike, das am Vorabend der Messe MotoGP-Sieger Jorge Lorenzo auf die Bühne fahren durfte. Fahrwerk und Motor wurden von der R1 abgeleitet, Leistungsdaten werden noch nicht bekannt gegeben.

Ducati XDiavel
Audi-Tochter Ducati hat das Cruisen zum Sport erhoben und die XDiavel (sprich: Cross-Diavel) gebaut. Der Motor ist neu, wurde aus der Multistrada abgeleitet und auf 1.262 ccm vergrößert. Er leistet 156 PS und bringt auf einem langen Plateau ab 5.000/min. knapp 130 Nm, ab 2.100 bereits 100 Nm, die Kraftübertragung erfolgt über einen Zahnriemen. Zwei Dinge sind sehr speziell an der Ducati XDiavel: Die Fußrasten sind samt Schalt- bzw. Bremshebel verschiebbar und an vier Stellen fixierbar - und die Schräglagenfreiheit von 40 Grad ist so gar nicht cruiserlike. Aber daher kommt auch das "X" im Namen - die Verbindung zweier Welten.

Suzuki GSX-R 1000
Zwei Supersport-Bikes stehen noch zur Überarbeitung an. Die Honda Fireblade muss noch unbestimmte Zeit mit etwas überwuzelter Technik darben, die Suzuki GSX-R 1000 hingegen kommt Ende 2016 auf den Markt. Zwar wird das gute Stück auf der EICMA noch als Concept bezeichnet, aber das Bike dürfte so gut wie fertig sein. Angeblich soll die GSX-R 1000 die Leichteste ihrer Klasse werden. Leistungsmäßig auf dem Niveau der Konkurrenz (rund 200 PS) glänzt sie mit einer zehnstufigen Traktionskontrolle, Schaltassistent fürs Rauf- und Runterschalten, LED-Scheinwerfern, Fahrmodi. Dank MotoGP-Technik soll die Kraftentfaltung extrem gleichmäßig sein. Von einem adaptiven Fahrwerk ist nicht die Rede, wohl aber von spezieller Dämpfertechnik.

Honda Africa Twin
Fotos hat Honda bereits gezeigt - nun haben sie die neue Africa Twin auch in Echt gezeigt. Am Vorabend der Messe wurde sie erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Dabei war geplant, dass sie von MotoGP-Star Marc Marquez präsentiert wird. Doch davon nahmen die Honda-Verantwortlichen im letzten Moment Abstand. Angesichts seiner Rolle im MotoGP-Saisonfinale befürchtete man im Heimatland von Valentino Rossi wohl heftige Abwehrreaktionen. Aber das nur am Rande. Der Einliter-Zweizylinder-Reihenmotor leistet 95 PS und kann auf Wunsch mit einem Doppelkupplungsgetriebe (DCT) gekoppelt werden, das speziell auf den Geländeeinsatz abgestimmt wurde. Je nach Ausstattung (ABS, Traktionskontrolle, DCT etc.) kostet die Africa Twin zwischen knapp 14.000 und gut 16.000 Euro.

KTM Super Duke GT
In Mattighofen hat man die phänomenale KTM 1290 Super Duke auf Touren- und Reisetauglichkeit getrimmt. Damit ist sie so etwas wie ein Pendant zur BMW S 1000 XR oder einfach eine Mischung aus Super Duke und Super Adventure. Für Letzteres spricht, dass sie vorne, um den Tank herum, etwas zu wuchtig wirkt. Neu sind der 23-Liter-Tank, ein verlängerter Heckrahmen für das Gepäcksystem, Heizgriffe, Windschutz und LED-Kurvenlicht - aber wie bei der Super Adventure ist der Hauptscheinwerfer noch immer eine klassische Funzel. Das Fahrwerk ist semi-aktiv, die Leistung des V2 beträgt 173 PS, das Drehmoment 144 Nm - nicht schlecht bei einem Gewicht von vollgetankt 228 kg.

Moto Guzzi V9
In Mandello del Lario haben sie der Moto Guzzi V7 eine große Schwester gebaut: die V9. Sie wird natürlich von einem längs eingebauten V-Zweizylinder angetrieben, der hier aber auf 853 ccm vergrößert wurde und nun 55 PS leistet. Zwei Versionen gibt es: V9 Roamer und V9 Bobber.

Triumph Speed Triple 1050
Es handelt sich nicht nur um eine Überarbeitung der Speed Triple, haben sie bei der Präsentation gesagt. Tatsächlich wurde die Britin - zuletzt schon reichlich veraltet - auf den allerneuesten Stand gebracht. 104 Details am 1050 Kubikzentimeter großen Dreizylindermotor hat man laut Triumph verändert. Dazu gehören ein neuer Zylinderkopf, neugestaltete Brennräume, ebenfalls neu gestaltete Kolben und Kurbelwelle sowie eine elektronische "Ride-by-Wire"-Ansteuerung des Motors. Zusätzlich wurde dem Triebwerk eine Antihopping-Kupplung spendiert, der Wasserkühler wurde effizienter und in der Folge kleiner und es gibt eine neue Auspuffanlage, deren Durchflussrate um 70 Prozent höher sein soll. Gleichzeitig betont Triumph, dass man alle Vorgaben der neuen Emissionsnorm EU 4 erfüllt und den Kraftstoffverbrauch um zehn Prozent reduziert habe. Lohn der Mühe soll ein deutlicher Kraftzuwachs des Triebwerks sein. Die Daten für Leistung und Drehmoment hält Triumph im Moment noch geheim, man darf aber vor allem beim Drehmoment - bisher maximal 111 Nm - von einem gut zehnprozentigen Plus ausgehen. Die Spitzenleistung, bislang 135 PS, dürfte nur geringfügig höher liegen. Im Fokus stand zudem die Fahrbarkeit, wofür eine mehrstufig einstellbare Traktionskontrolle entwickelt wurde. Fünf verschiedene Fahrmodi (Road, Rain, Sport, Track sowie ein frei konfigurierbarer Modus) sowie ein abschaltbares ABS runden das Paket an Assistenzsystemen ab.

Bimota Tesi 3D RaceCafe
Immer ein wenig im Abseits stehen die Bikes von Bimota - dabei sehen sie unglaublich spektakulär aus, vor allem die mit Achsschenkellenkung, genauer gesagt Radnabenlenkung. Dieses Jahr zeigen die Italiener die Bimota Tesi 3D RaceCafe. Besonders auffällig sind die Carbonteile und überhaupt die stylische Formgebung. Die Tesi RC kann in der Höhe verstellt werden. Angetrieben wird sie von einem 803-ccm-L-Twin von Ducati. In Österreich ist sie noch immer nicht erhältlich, weil Bimota noch keinen Importeur gefunden hat.

Und hier noch mehr Sehenswertes:

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