Fr, 22. Juni 2018

Wenn die Nase läuft

15.10.2008 16:06

Halten Schnupfenmittel, was sie versprechen?

Die kalte Jahreszeit naht unerbittlich und damit auch die eine oder andere Erkältung. Bereits erste Symptome sollten ernst genommen werden, da sich eine relativ harmlose Erkältung zu einer bakteriellen Nebenhöhlenentzündung auswachsen kann. Zahlreiche rezeptfrei in der Apotheke angebotene Medikamente verheißen rasche Linderung. Doch halten die medizinischen Helferlein wirklich, was sie versprechen?

Die Zeitschrift „Konsument“ hat im Herbst 2007 rezeptfreie Präparate zur Behandlung von Schnupfen und zur Pflege der Nasenschleimhaut untersucht und kommt zu folgendem Ergebnis: Auch in Apotheken angebotene Mittel können die Symptome nur vorübergehend lindern, gegen die viralen Erreger selbst gibt es keine wirksamen Arzneimittel. Außerdem bergen sie die Gefahr, dass wir uns besser fühlen, obwohl wir noch lange nicht gesund sind.

Abschwellen nur oberflächlich
Bei den meisten der getesteten Mittelchen (Sprays und Tropfen), die schnelle Symptomfreiheit versprechen, handelt es sich um so genannte Alpha-Sympathomimetika. Diese bewirken laut „Konsument“ nur ein oberflächliches Abschwellen der Nasenschleimhaut. Als Wirkstoffe sind Oxymetazolin, Tramazolin (nur in Rhinospray mit ätherischen Ölen), Naphazolin (nur in LUUF Naphazolin compositum) und Xylometazolin enthalten.

Diese sind in ihrer pharmakologischen Wirkung vergleichbar, es gibt keinen sachlichen Grund, eine der Substanzen vorzuziehen. Sie führen zu einer Verengung der Blutgefäße in der Nasenschleimhaut. Diese schwellen ab, die Sekretbildung wird reduziert, Nase und die Zugänge zu den Nasennebenhöhlen werden wieder frei. Das bewirkt eine Erleichterung der Nasenatmung und einen besseren Schleimabfluss, zudem wird die Vermehrungsrate der Krankheitserreger reduziert, schreibt der „Konsument“. Der Vorteil der Präparate ist, dass sie lokal wirken und nur in geringen Mengen ins Blut aufgenommen werden.

Nur bei starken Beschwerden
Trotzdem empfiehlt der „Konsument“, die Tropfen und Sprays nur bei starken Beschwerden zu nehmen. "Solange die Nase läuft und der Abfluss der Sekrete von selbst stattfindet", sei eine Einnahme nicht erforderlich. Prinzipiell gelte: "Je kürzer, desto besser, und unter strenger Einhaltung der Dosierungsvorschriften. Eine Erkältung muss mit viel Flüssigkeit, Schlaf und frischer Luft auskuriert werden. 

„Schnupfenmittel sollten nur bei wirklich starken Beschwerden und maximal drei Mal täglich über einen Zeitraum von allerhöchstens fünf bis sieben Tagen angewendet werden“, erklärt Experte Thomas Tobisch. Bei langfristiger Verwendung wird die Nasenschleimhaut angegriffen bzw. nachhaltig geschädigt, es kommt zur so genannten „Nasentropfen-Nase“. Diese ist erst recht anfällig für Erreger.

Nur wenige Präparate geeignet
Nur wenige Präparate – allesamt frei von Konservierungsstoffen – stuft das Testmagazin als „geeignet“ ein. Darunter: „Nasivin sanft 0,025% Spray für Kleinkinder“, „Nasivin sanft 0,05% Spray“ und „Otrivin
0,1% Nasenspray ohne Konservierungsmittel“.

Als „Wenig geeignet“ wurde die „Piniment Nasensalbe“ beurteilt – die Substanz Ephedrin wirkt über den Blutkreislauf und kann unerwünschte Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System auslösen.

Nur „mit Einschränkung geeignet“ ist „Coldistop Nasenöl“, das neben Vitamin A und E auch ätherische Öle enthält. Grund: Neben der nicht belegten Wirkung der Vitamine schränken die ätherischen Öle mitunter die Funktion der Flimmerhärchen ein. Im Extremfall kann das Einatmen des Öles sogar zu einer Öl-Lungenentzündung führen.

Besser: Flüssigkeit und Dampfbäder
Besser als Medikamente ist immer noch, dass man zuerst einmal versucht, den Schnupfen mit natürlichen Mitteln zu bekämpfen. „Ausreichend Ruhe und Flüssigkeitszufuhr, aber auch Dampfbäder und Nasenspülungen mit Salzwasser sind noch immer die beste Medizin. Auch die Umstellung der Ernährung kann hilfreich sein. So bringen beispielsweise scharf gewürzte Suppen die Schleimhäute zum Abschwellen“, empfiehlt Experte Tobisch.

Die besten Maßnahmen gegen Schnupfen und eine Empfehlung, wie man sich richtig schnäuzt, findest du in der Infobox!

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