Schnee im Sommer?

Kickl hat „Verdacht“, stellt Forderung an Babler

Innenpolitik
18.04.2026 15:13

Die jüngsten Gerüchte um den ORF und die Untätigkeit der Bundesregierung in der Skandalcausa haben nun auch FPÖ-Chef Herbert Kickl auf den Plan gerufen. Denn: „Es darf nicht sein, dass am Küniglberg Kokainnetzwerke gepflegt werden und niemand unternimmt etwas.“

Kickl bezieht sich auf angebliche Insiderberichte, die in den vergangenen Tagen medial verbreitet – und schließlich von NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter ausgerechnet auf Ö1 bestätigt wurden.

„Übergriffe, Drogenmissbrauch“
„Ganz generell ist ja festzustellen, dass es im ORF schon über Jahre hinweg ein toxisches Betriebsklima gegeben hat. Auch an mich haben sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt, die aber ihr Herz ausgeschüttet und erzählt haben von Mobbing, von Bossing, von verbalen sexuellen Übergriffen; Gerüchte auch auf den Tisch gelegt haben, hin bis zu Drogenmissbrauch und K.-o.-Tropfen auf Weihnachtsfeiern. Ein Desaster, dieses Bild“, erklärte Brandstötter. Es müsse jetzt alles getan werden, damit eine neue Firmenkultur, eine neue Unternehmenskultur im ORF entstehe.

Medienminister Andreas Babler (SPÖ) ließ der „Krone“ lediglich ausrichten: „Der Stiftungsrat hat den gesetzlichen Auftrag, das Direktorium des ORF zu bestellen. Ich gehe natürlich davon aus, dass er dieser Aufgabe sach- und zeitgemäß nachkommen wird.“ Nach einer möglichen Reform vor dem Herbst sieht es derzeit also nicht aus.

Wie der Kokainkonsum in Österreich, zieht sich die heftige Kritik am Öffentlich-Rechtlichen aber durch alle Schichten. Zuletzt sprach der ORF-Redaktionsausschuss dem politisch besetzten Stiftungsrat offiziell sein Misstrauen aus – zum ersten Mal in seiner Geschichte. Die grüne Mediensprecherin Sigrid Maurer forderte vier Stiftungsräte namentlich zum Rücktritt auf. Auch die FPÖ hatte bereits scharf geschossen: Mediensprecher Christian Hafenecker bezeichnete die Spitze des Stiftungsrats als „untragbar“ – für diese müsse es längst „game over“ heißen. Um am Samstag gemeinsam mit seinem Parteichef nachzulegen ...

Nimmt den Medienminister in die Pflicht: FPÖ-Chef Herbert Kickl
Nimmt den Medienminister in die Pflicht: FPÖ-Chef Herbert Kickl(Bild: Imre Antal)

„Drogentests am Küniglberg!“
Kickl rückte auf Facebook aus und forderte mit Bildcollage: „Drogentests am Küniglberg!“ Seit geraumer Zeit halte sich demnach der Verdacht, dass es im und rund um das ORF-Zentrum auch im Sommer „schneien“ solle. Es dürfe nicht sein, dass „am Küniglberg Kokainnetzwerke gepflegt werden und niemand unternimmt etwas“. Babler dürfe sich als zuständiger Minister nicht länger hinter einer Mauer des Schweigens verstecken.

„Schneemänner sind nur im Winter lustig“
Hafenecker stimmte erneut via Mitteilung mit ein: Ein Kokainproblem beim Staatsfunk solle ein offenes Geheimnis sein. Hafenecker erwähnte in dem Zusammenhang auch einen „gefallenen Künstler“, der wohl eine zentrale Rolle spiele. Es handle sich allem Anschein nach auch nicht um einen Einzelfall, sondern um ein gröberes Problem. „Schneemänner sind nur im Winter lustig – hier hört sich jeder Spaß auf“, hielt der FPÖ-General fest.

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