Private Pools treiben den Wasserverbrauch massiv nach oben und bringen die Versorgung zunehmend unter Druck. Die Stadt Jennersdorf reagiert jetzt mit einer neuen Abgabe und greift gleichzeitig bei illegalen Wasserentnahmen aus Hydranten durch. Warum die Maßnahme kommt und was dahintersteckt?
Wenn zu Beginn der warmen Jahreszeit hunderte private Swimmingpools gefüllt werden, steigt der Wasserverbrauch rapide an. In manchen Gemeinden drohen sogar Engpässe. Jennersdorf zieht jetzt die Notbremse und bittet Schwimmbad-Besitzer mit einer „Pool-Steuer“ zur Kasse. Wer sich nämlich den Luxus eines eigenen Schwimmbeckens leisten kann, der kann auch dafür zahlen, sagt Stadtchef Reinhard Deutsch (Liste JES). Bis zu ein Drittel mehr Wasser fließt in den warmen Monaten durch die Leitungen. „Seit Corona gibt es einen massiven Anstieg bei privaten Pools, mittlerweile sind es schon rund 150 im Stadtgebiet“, so Deutsch.
Wer sich den Luxus eines eigenen Schwimmbeckens leisten kann, der kann auch dafür zahlen.

Bürgermeister Reinhard Deutsch (Liste JES)
Bild: Christian Schulter
Nur Planschbecken bleiben gratis
Die Abgabe ist klar gestaffelt: Pools bis 15 Kubikmeter Fassungsvermögen, etwas Planschbecken, bleiben gebührenfrei. Für Becken zwischen 15 und 20 Kubikmeter werden 50 Euro fällig, bis 30 Kubikmeter 70 Euro, darüber hinaus bezahlt man 100 Euro jährlich. Abgerechnet wird direkt über die Wasserrechnung. Der Schritt folgt unter anderem auf eine zunehmend angespannte Versorgungslage.
Schwelender Konflikt: Wasserreserven werden knapper
Ein seit Jahren schwelender Konflikt zwischen den Wasserverbänden Unteres Lafnitztal und Raabtal über Verträge, Brunnenanlagen und Abrechnungen spitzt die Situation zusätzlich zu. Die Wasserreserven der Stadt sind damit deutlich geschrumpft. Zum steigenden Verbrauch kommen auch vermehrt illegale Wasserentnahmen hinzu. „Wir haben festgestellt, dass es einen erheblichen Schwund gibt. Dieses Vorgehen wird jetzt ausnahmslos angezeigt“, sagt Deutsch.
FPÖ-Kritik: Wird auch das Rasen sprengen bald was kosten?
Kritik kommt von der FPÖ. Gemeinderat Rudolf Smolej spricht von einer gezielten Belastung. „Was ist dann das nächste, um die leere Gemeindekasse aufzufüllen? Muss ich dann auch zahlen, wenn ich den Rasen sprengen will?“ Die Maßnahme sei „toxisch“. Die Abgabe stärkt auch die Gemeindekasse in finanziell angespannten Zeiten, daraus macht der Stadtchef keinen Hehl.
Land blitzte schon einmal mit Pool-Steuer ab
Ein ähnlicher Vorstoß auf Landesebene scheiterte im Burgenland vor mehr als zehn Jahren. Damals sollten Kanalabgaben an die Fläche von Schwimmbecken gekoppelt werden, was eine aufwendige Vermessung erforderlich gemacht hätte.
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