Straße von Hormuz

Iranische Kanonenboote schießen auf Tankschiff

Außenpolitik
18.04.2026 14:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Neue Eskalation im Nahen Osten: Angaben aus Teheran zufolge haben die Mullahs die Straße von Hormuz am Samstagvormittag wieder geschlossen, weil die USA weiterhin iranische Häfen blockieren. Nur wenige Stunden später berichtete die britische Seefahrtbehörde von Schüssen, die von iranischen Kanonenbooten aus auf einen Tanker abgefeuert wurden. Auch ein zweites Schiff ist betroffen.

Laut der britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) kamen die Schüsse von zwei iranischen Kanonenbooten. Der Angriff ereignete sich demnach rund 37 Kilometer nordöstlich der Küste Omans. Es habe keine Vorwarnung gegeben.

Nach Angaben der Behörde gab es den Schusswechsel zwischen den iranischen Revolutionsgarden und indischen Handelsschiffen. Iranische Einheiten sollen zwei Schiffe gewaltsam zurückgedrängt haben. Betroffen sei unter anderem ein Supertanker, der zwei Millionen Barrel (rund 272.000 Tonnen) irakisches Rohöl transportiert.

Iran macht Straße von Hormuz wieder dicht
Mehrere Schiffe berichteten von einem Funkspruch der iranischen Marine, in dem die erneute Schließung der Straße von Hormuz bekannt gegeben wurde. „Achtung an alle Schiffe: Wegen des Versäumnisses der US-Regierung, ihre Verpflichtungen in den Verhandlungen zu erfüllen, erklärt der Iran die Straße von Hormuz wieder für vollständig geschlossen“, hieß es in der Durchsage. „Keinem Schiff, unabhängig von Typ oder Nationalität, ist die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz gestattet.“

Angebliche neue Botschaft von Ober-Mullah Khamenei
Der oberste iranische Führer Mojtaba Khamenei hat in einer ihm zugeschriebenen schriftlichen Botschaft der US-Armee mit einem vernichtenden Schlag gedroht. Die „tapfere iranische Marine“ sei bereit, ihren Feinden „neue Niederlagen“ zuzufügen, erklärte Khamenei am Samstag auf Telegram.

Teheran hatte am Freitag nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon zunächst noch eine Öffnung der wirtschaftlich und strategisch wichtigen Meerenge für Handelsschiffe bekannt gegeben. Doch schon in der Nacht auf Samstag hatte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf gewarnt: „Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Straße von Hormuz nicht offen bleiben!“

US-Präsident Donald Trump kündigte aber seinerseits an, die Blockade iranischer Häfen bleibe bis zu einem Abkommen mit Teheran über ein endgültiges Ende der Kämpfe bestehen. Daraufhin drohte der Iran mit einer erneuten Sperre, die dann am Samstag umgesetzt wurde.

Einem britischen Bericht zufolge haben iranische Kanonenboote in der Straße von Hormuz auf einen ...
Einem britischen Bericht zufolge haben iranische Kanonenboote in der Straße von Hormuz auf einen Tanker geschossen.(Bild: AFP/ATTA KENARE)
Die Straße von Hormuz ist wieder geschlossen.
Die Straße von Hormuz ist wieder geschlossen.(Bild: AP/Ebrahim Noroozi)

Blockade treibt Öl- und Gaspreise in die Höhe
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar war die Straße von Hormuz, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, de facto durch die iranischen Revolutionsgarden weitgehend gesperrt. Die Blockade hat weltweit die Preise für Öl und Flüssiggas in die Höhe getrieben.

Eine rasche Normalisierung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz ist nach Einschätzung von Datenanbietern und Branchenbeobachtern weiterhin nicht in Sicht. Wie Verkehrsdaten zeigen, passierten seit der offiziellen Freigabe durch Teheran lediglich fünf Frachtschiffe und ein leeres Kreuzfahrtschiff die Meerenge, jedoch keine Öltanker.

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