Mo, 18. Juni 2018

Vollweib

14.01.2009 13:22

BMW K 1200 R: Schöne, starke Bayrin!

Endlich wieder ein Trumm Motorrad unterm Hintern! Auf der BMW K 1200 R Sport habe ich endlich mal wieder das Gefühl, nicht zu groß zum Motorradfahren zu sein. Auf einer CBR 600 falte ich mich zusammen und sogar eine B-King wirkt unter mir nicht mehr so mächtig. Die Bayerische dagegen ist mit ihren 1,58 Meter Radstand ganz meine Kragenweite!

Schon der massive Lenker zeigt: Hier ist Techno-Style angesagt, und hier gibt es einiges zu halten. Vollgetankt bewegen sich hier 241 Kilo plus Fahrer, 163 PS und bis zu 127 Nm stemmt der 1157-ccm-Vierzylinder auf das optionale 190er Hinterrad (bzw. was dort halt davon ankommt). Jenes in Sportausführung ist optisch übrigens ein Muss bei der herrlichen Einhandschwinge, von rechts schaut es aus, als würde es frei am Bike schweben.

Optisch ist der große Vorteil einer und speziell dieser BMW: Man erkennt sie in der Masse der Reiskocher. So schaut einfach keine andere aus, BMW-Niere, Kiemen am Logo, na ja, und die unvermeidliche Blinkerbedienung, die man sich in München echt schenken könnte. Der aufpreispflichtige Karbon-Motorspoiler und die Kupplungsabdeckung müssten nicht sein, finde ich, irgendwie wirkt angesetztes Karbonzeug immer ein bisserl peinlich. Die K 1200 R Sport ist pur wahrlich schön genug.

Gemächlich oder einfach nur bequem?
Haben BMWs den Nimbus des Gemächlichen? Ja, sie haben, aber zu Unrecht. Der Motor schiebt ur an (man muss halt den Gasgriff weiter schrauben als bei anderen Maschinen), weshalb man beim Beschleunigen aus dem Stand den langen Radstand zu schätzen lernt. In engen Kehren merkt man den zwar, aber der Missmut darüber hält sich in Grenzen. Das ABS um 1.264 Euro ist empfehlenswert, die Bremsen packen jetzt ohne Bremskraftverstärker voll zu, dürften aber wie die Kupplung besser zu dosieren sein.

Schlagendes Kaufargument
Bequemer und vernünftiger ist man hier unterwegs, zumindest wenn man 796 Euro in das ESA-Fahrwerk steckt. Allein dieses elektronische Fahrwerk ist Grund genug, eine BMW zu kaufen. Auf Knopfdruck stellt man das Bike auf das zu transportierende Gewicht sowie auf die gewünschte Fahrwerkhärte ein. „Normal“ passt zum Dauerfahren, „Sport“ verschärft das Ding fürs Räubern, „Comfort“ empfiehlt sich etwa auf der Westautobahn zwischen Auhof und Steinhäusl. Nix mehr schrauben unterm Sitz! Die Umstellung geht während der Fahrt.

Das Test-Motorradl ist alles andere als ein Leisetreter, was sie dem Laser-Auspuff verdankt. An dieser Stelle fällt langsam auf, dass die BMW-Aufpreisliste eine ganze Menge hergibt (und der geneigte Käufer damit unter Umständen auch). Der Laser schmeißt jedenfalls einen Sound, dass es eine Freude ist, der Rest des Gefährtes ist vernünftig genug.

Macht hoch das Tor, den Beutel macht weit
Mit all den schönen und angenehmen Dingen kommt die Testmaschine auf einen Preis von satten 21.174 Euro (Grundpreis 16.700), da ist dann aber auch noch ein Bordcomputer dabei und sogar Heizgriffe (nein, für die muss man sich nicht schämen). Dafür ist die K 1200 R Sport aber auch was für alle Fälle – und beinahe für die Ewigkeit.

Stephan Schätzl

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