Für Nicht-Sternenkrieger ist es ganz einfach eine Höllenmaschine in teuflisch-rot-schwarz. Pack den Teufel einfach bei den Hörnern und lass es rauchen, die CBR600RR macht dabei auf jeden Fall eine gute Figur. Nicht umsonst ist sie auf den ersten Blick durchaus mit der großen Schwester Fireblade zu verwechseln.
Natürlich ist sie kleiner und vor allem leichter: Sagenhafte 155 Kilo trocken machen das Firebladchen zum Fliegengewichtskönig, die Yamaha-Konkurrentin R6 wiegt 11 Kilo mehr. Zugegebenermaßen muss der Hondapilot auf einige PS verzichten, wer auf die Yams geht, hat 129 PS (mit Ram-Air sogar bis zu 135 PS) zur Verfügung. Die RR leistet deren 120. In Sachen Drehmoment sieht die Sache anders aus: 66 Nm bei der Honda, 65 bis 69 Nm bei der Yamaha.
Leistung hin, Gewicht her – die CBR600RR ist sensationell handlich; herrlich, wie sie durch die Kurven wedelt, Asphaltpocken erfreuen den elektronischen Lenkungsdämpfer (aus der Fireblade), sorgen aber nicht für graue Haare. Nur eine Anti-Hopping-Kupplung könnte man sich wünschen, doch hier war den Hondianern wohl die Gewichtsersparnis wichtiger.
Im Prinzip ist sie auch gut „besitzbar“, nach zwei Stunden Fahrt hat mich mein Knie halt nicht mehr laufen lassen, aber das bin ich bei Sportlern schon gewohnt. Echt besitzen lässt sie sich auch: um 11.990,-- Euro. Dafür bekommt man ein Renneisen, mit dem man „Darth Maul“ ruhig weit aufreißen kann.
Ein echter Sieger
Die Honda CBR600RR ist übrigens ein Seriensieger: Bereits zum sechsten Mal in Serie hat das Ten Kate Honda Team die Supersport Weltmeisterschaft gewonnen. 2007 pilotierte der Rookie Kenan Sofuoglu erstmalig die CBR600RR für das niederländische Team und holte sich auf Anhieb die begehrte Trophäe.
Stephan Schätzl
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