Spritfresser

Klimaanlagen machen Autofahrer arm

Motor
27.07.2007 11:40
Ja, der Spritpreis ist viel zu hoch, er saugt uns das Geld regelrecht aus dem Börsel. Besonders im Sommer, denn Auto-Klimaanlagen brauchen bis über vier Liter Sprit auf 100 Kilometer, wie der ÖAMTC in einem aktuellen Test ermittelt hat. Fünf unterschiedliche Fahrzeuge und Klimaanlagentechniken hat der Autofahrerclub auf ihre Effizienz untersucht.

"Speziell in der Abkühlphase ist der Sprit-Mehrverbrauch sehr hoch. Die Testfahrzeuge benötigten hochgerechnet zwischen 2,47 und 4,15 Liter Kraftstoff mehr pro 100 Kilometer, um das Fahrzeuginnere von 31 Grad Celsius auf 22 Grad herunterzukühlen", erklärt ÖAMTC-Techniker Thomas Stix. In der anschließenden Testphase sollte der Einfluss auf den Spritverbrauch beim Halten der Temperatur überprüft werden. Je nach Fahrzeug und Bauart der Klimaanlage muss bei Fahrten in der Stadt mit einem Mehrverbrauch von 0,76 bis 2,11 Litern pro 100 Kilometer bzw. einem Plus von über 28 Prozent gerechnet werden. Auf Freilandstraßen zeigen durchwegs alle getesteten Fahrzeuge einen geringeren Kraftstoff-Mehrverbrauch.  

Einfache Klimaanlagen brauchen noch mehr
Als Testfahrzeuge kamen ein Mazda 6 2,0 MZR, ein Opel Vectra 2.2 direct, ein Audi A4 1,8 T, ein Audi A4 2.0 TDI sowie ein Ford Fiesta 1,4 zum Einsatz. Beim Vergleich der drei Fahrzeuge aus der Mittelklasse mit annähernd gleicher Motorleistung von 108 bis 120 kW, aber unterschiedlicher Klimaanlagentechnik, wird deutlich, dass der Opel Vectra 2.2 einen deutlichen höheren Mehrverbrauch aufweist als etwa der Audi A4 1,8 T. Ähnlich das Bild beim Mazda 6 2,0 MZR. "Der Test hat bewiesen, dass einfache, ungeregelte Klimaanlagen im Vergleich zu modernen Anlagen zu einem 2,5 Mal höheren Kraftstoff-Mehrverbrauch führen können", so Stix.  

Den größten Mehrverbrauch unter den Testfahrzeugen zeigte insgesamt (Abkühlphase und Halten der Temperatur) der "Kleine" von Ford mit manueller Klimaregelung. Er hat im Test 1,18 Liter auf 100 Kilometern mehr verbraucht, das sind rund 20 Prozent Plus. "Der Fiesta hat im Vergleich zu den anderen Testfahrzeugen den mit 59 kW leistungsschwächsten Motor. Der muss allerdings einen Klimakompressor antreiben, der beim Kühlen immer die volle Antriebsleistung von ca. 5 kW fordert", erklärt der ÖAMTC-Experte.  

Der Vergleich zwischen Benziner und Diesel mit dem Audi A4 1,8 T (120 kW) gegenüber dem Audi A4 2,0 TDI (125 kW) hat hingegen gezeigt, dass bei annähernd gleicher Motorleistung und gleicher Klimaanlagentechnik der Einfluss der Motorart auf den Mehrverbrauch praktisch unbedeutend ist.  

Kein Mehrverbrauch durch geöffnete Fenster 
Wer in seinem Fahrzeug keine Klimaanlage hat und daher die Seitenfenster öffnet, um für kühlende Frische im Wageninneren zu sorgen, kann aufatmen: Bei geöffnetem Seitenfenster wurde kein signifikanter Mehrverbrauch festgestellt. Allerdings können geöffnete Seitenfenster eine Klimaanlage nicht ersetzen. "Der Fahrkomfort wird aber ab einer Geschwindigkeit von 50 km/h durch einen deutlich höheren Geräuschpegel und den starken Luftzug beeinträchtigt. Außerdem kann die Innentemperatur nicht unter den Wert der Außentemperatur abgesenkt werden." 

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