Mag ja sein, dass die Hornet schon immer einen hohen Auspuff gehabt hat, aber ein Stummel ganz weit unten ist einfach besser für den Schwerpunkt. Und der Strauß von vier Abgasrohren, die da in der kleinen Vase stecken kann sich durchaus sehen lassen. Hören übrigens auch, denn trotz feinstem Abgasverhalten kommt da hinten Musik raus.
Am liebsten würde ich auf der Landstraße ständig nur im ersten und zweiten Gang fahren, so schön schreien die 600 Kubik. Aber manchmal will man ja auch nur cruisen (ja tatsächlich), und da darf’s dann auch mal der sechste sein. Natürlich geht erst oben herum richtig was weiter, aber auch der Drehzahlkeller ist alles andere als rachitisch.
Um die Wette mit der Hornette
102 PS sind eine klare Ansage aus einem völlig neu entwickelten Motor, der hier sogar vor der CBR600 eingesetzt wurde. „Alles besser als früher, keine Kaltlaufprobleme und eine perfekte Startautomatik statt Choke“, hab ich beim Abholen versprochen bekommen. Und tatsächlich läuft er perfekt. Nach dem Kaltstart könnte man glauben, er läuft nicht ganz rund, am Fahren merkt man es aber nicht. Nicht zu vergessen: Das Triebwerk ist fünf Kilo leichter und fünf PS stärker als der Vorgänger.
Fahrwerk und Bremsen (hinten die von der Fireblade) spielen die gleiche Musik. Alles beweist echte Golf-Qualitäten, souverän-verlässlich sorgt die Hornet dafür, dass man ihr und seinen eigenen fahrerischen Qualitäten vertraut. Okay, Golf-Qualitäten klingt fad, ist es aber nicht. Die Hornet leugnet ihre Verwandtschaft zur CBR600RR nicht, auch das Fahrwerk legt eine gesunde, wenn auch nicht übertriebene Härte an den Tag. Nur die Sitzbank ist auf Dauer nichts für meinen Schreibtisch-Hintern. Und der Seitenständer dürfte etwas kürzer sein.
Das Gesicht der Hornet verdient den Namen tatsächlich. Wie ein Insekt saugt es sich nach vorne und geht fließend in den Tank über. Erstaunlich ist, dass der Hornissenkopf sogar gegen den Wind was taugt: Wenn man sich auf den Tank legt, gehen sogar über 200 km/h relativ stressfrei.
Manchmal ist es gut, alles neu zu machen. Dieses Hornettchen ist sicher das beste, was es je gab. Um 8.490 Euro wird echt was geboten. ABS kostet 750 Extra, aber das sollte es einem wert sein.
Stephan Schätzl
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