"Simply the Best"

BMW X3 3.0sd: Der bessere Z4

Motor
14.01.2009 13:40
„Simply the Best“ spielt das Autoradio, als ich den BMX X3 3.0sd zum ersten Mal starte, und irgendwie habe ich das Gefühl: Der Song ist Programm! Der neue X3 ist einfach solide, wie aus einem Guss, kein Schnickschnack, sondern einfach ein BMW von altem Schrot und Korn, wie ich ihn mag.

Das hellbraune Leder ist schon seit je her meine Lieblingsbespannung für Autositze, und in Sachen Armaturen ist weniger echt manchmal mehr. Kein i-Drive, sondern der Vorläufer mit einem Knöpfchen und einem übersichtlichen Menü, schlanke Bedienung, die Materialien bisweilen eine Idee weniger hochwertig als im Dreier.  

Aber schließlich handelt es sich ja hier um einen SUV, auch wenn er bei BMW SAV heißt. SAV heißt Sports Activity Vehicle, und auch das ist Programm: Der Sechszylinder-Diesel setzt seine 286 PS derart brachial in Vortrieb um, dass ich mich frage, warum sich nicht andere Premiumhersteller eine Scheibe von der Sechsgangautomatik (inkl. Schalttasten am Lenkrad) und dem Ansprechverhalten des Dreiliters abschneiden. Wenn andere, stärkere Autos sich in Bewegung setzen, ist der X3 schon über die Kreuzung. Jaaaaahuuuu! Da geht’s ab wie auf der Hochschaubahn, es presst den Rücken in den bequemen Sitz (der ein bisschen mehr Seitenhalt verkraften könnte). Klingt übertrieben, ich weiß. Aber durch den extrem spontanen Antritt wirkt der X3 noch stärker, als er ist. Und egal wie schlecht die Landstraße ist, der X3 liegt herrlich. 

Der bessere Alltagssportler
So gesehen ist der X3 ein besserer Sportwagen als das Z4-Coupé. Der wird bei Unebenheiten so unruhig, dass es nervt und anstrengend ist. Den X3 bringt dagegen nichts aus der Ruhe. Dass er auf einer sauberen Rennstrecke höhere Rundenzeiten erzielt, ist sekundär. Zu der großartigen Performance trägt nicht zuletzt das adaptive Allradsystem X-Drive bei. Es sorgt dafür, dass das ESP kaum eingreifen muss, auch wenn sich der Gasfuß austobt. 

In 6,6 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, trotz des Gewichts von rund zwei Tonnen. Bei 240 km/h setzt die große Stirnfläche dem Vortrieb ein Ende. Langsam geht übrigens auch: Vor allem fürs Gelände ist eine Bergabfahrhilfe an Bord. Der Verbrauch lag im Test bei etwa 13 Litern/100 Kilometer. 

Wer will sich messen?
Konkurrenz gibt es für den X3 praktisch keine. Es gibt zwar SUVs in dieser Größe, die sind aber allesamt aus einem komplett anderen Holz und von ihrem Charakter her in keiner Weise vergleichbar. Oder will jemand einen Nissan X-Trail neben den X3 stellen? Eben. Die einzige echte Konkurrenz kommt aus dem eigenen Haus, der X5 kann Ähnliches und ist nur unwesentlich größer. 

Das alles hat natürlich seinen Preis. Exakt 73.006.60 Euro kostet der Testwagen inklusive Extras um rund 13.000 Euro, aber die hat dieses Auto einfach verdient.

Stephan Schätzl

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