Mi, 26. September 2018

Gefahr Pneumokokken

29.09.2017 15:29

Der Keim, der die Lunge angreift

Die wenigsten wissen, dass Bakterien mit dem sperrigen Namen Pneumokokken Lungenentzündungen und andere Erkrankungen auslösen können. Mit Beginn der Erkältungs- und Grippesaison steigt die Infektionsgefahr wieder drastisch an. Die Jüngsten und die Ältesten sowie chronisch Kranke sind anfällig. Vorbeugend kann man sich impfen lassen.

Die Keime "bewohnen" den Nasen-Rachen-Raum vieler Personen und sind meist harmlos, können aber bei schweren Infektionen wie Meningitis oder Blutvergiftung lebensgefährlich werden. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen. Die größten "Verteiler" sind Kinder, die oft nur von den Bakterien besiedelt sind, selbst aber keine Symptome aufweisen. "Infektionen kommen in den Herbst- und Wintermonaten als Komplikation der jährlichen Erkältungssaison gehäuft vor", erklärt Dr. Oskar Janata, Hygienefacharzt am Donauspital in Wien.

Bei Menschen ab 50 sind Pneumokokken der häufigste Grund für eine Lungenentzündung. In der Regel ist diese zwar gut mit Antibiotika behandelbar, problematisch wird es allerdings, wenn die Patienten bereits durch andere Erkrankungen belastet, fortgeschrittenen Alters sind und liegen müssen, wie der Mediziner betont.

Ist die Lunge etwa durch Asthma oder COPD schon angegriffen, schnellt die Gefahr, sich eine Pneumokokken verursachte Lungenentzündung zuzuziehen, auf das bis zu 13,5fache in die Höhe. "Diabetiker über 65 Jahren haben etwa ein fast drei Mal höheres Risiko zu erkranken wie gesunde Gleichaltrige", warnt Dr. Helmut Brath von der Österreichischen Diabetesgesellschaft. Der österreichische Impfplan empfiehlt die Vorbeugung für Kleinkinder sowie Erwachsene ab 50 Jahren, chronisch Kranke und Immungeschwächte. "Wir wollen mit unserer Kampage ,Die unterschätzte Gefahr - Lungenenzündung durch Pneumokokken' informieren und zur Impfung aufrufen", ergänzt Dr. Christiane Körner, Präsidentin des Vereins zur Förderung der Impfaufklärung. Bis 28. Februar sind Impfstoffe auf Rezept in Apotheken vergünstigt erhältlich.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.