Sa, 23. Juni 2018

Gefahr Pneumokokken

29.09.2017 15:29

Der Keim, der die Lunge angreift

Die wenigsten wissen, dass Bakterien mit dem sperrigen Namen Pneumokokken Lungenentzündungen und andere Erkrankungen auslösen können. Mit Beginn der Erkältungs- und Grippesaison steigt die Infektionsgefahr wieder drastisch an. Die Jüngsten und die Ältesten sowie chronisch Kranke sind anfällig. Vorbeugend kann man sich impfen lassen.

Die Keime "bewohnen" den Nasen-Rachen-Raum vieler Personen und sind meist harmlos, können aber bei schweren Infektionen wie Meningitis oder Blutvergiftung lebensgefährlich werden. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen. Die größten "Verteiler" sind Kinder, die oft nur von den Bakterien besiedelt sind, selbst aber keine Symptome aufweisen. "Infektionen kommen in den Herbst- und Wintermonaten als Komplikation der jährlichen Erkältungssaison gehäuft vor", erklärt Dr. Oskar Janata, Hygienefacharzt am Donauspital in Wien.

Bei Menschen ab 50 sind Pneumokokken der häufigste Grund für eine Lungenentzündung. In der Regel ist diese zwar gut mit Antibiotika behandelbar, problematisch wird es allerdings, wenn die Patienten bereits durch andere Erkrankungen belastet, fortgeschrittenen Alters sind und liegen müssen, wie der Mediziner betont.

Ist die Lunge etwa durch Asthma oder COPD schon angegriffen, schnellt die Gefahr, sich eine Pneumokokken verursachte Lungenentzündung zuzuziehen, auf das bis zu 13,5fache in die Höhe. "Diabetiker über 65 Jahren haben etwa ein fast drei Mal höheres Risiko zu erkranken wie gesunde Gleichaltrige", warnt Dr. Helmut Brath von der Österreichischen Diabetesgesellschaft. Der österreichische Impfplan empfiehlt die Vorbeugung für Kleinkinder sowie Erwachsene ab 50 Jahren, chronisch Kranke und Immungeschwächte. "Wir wollen mit unserer Kampage ,Die unterschätzte Gefahr - Lungenenzündung durch Pneumokokken' informieren und zur Impfung aufrufen", ergänzt Dr. Christiane Körner, Präsidentin des Vereins zur Förderung der Impfaufklärung. Bis 28. Februar sind Impfstoffe auf Rezept in Apotheken vergünstigt erhältlich.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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