Im Aufsehen erregenden Prozess gegen den mutmaßlichen Cyber-Mobber Aydin C. - krone.at berichtete - hat die niederländische Anklagebehörde eine hohe Haftstrafe verlangt: In ihrem Plädoyer forderte die Staatsanwältin am Donnerstag in Amsterdam zehn Jahre und acht Monate Haft für den 38-jährigen Angeklagten, weil er Dutzende Mädchen - darunter auch die Kanadierin Amanda Todd - zu Nacktaufnahmen verleitet und die Teenager dann damit erpresst haben soll.
Der Angeklagte Aydin C. gab sich laut Anklage im Internet als junge Frau aus und baute ein Vertrauensverhältnis zu 34 Mädchen auf. Anschließend habe er sie dazu gebracht, nackt vor der Webcam zu posieren. Seine Opfer stammten demnach unter anderem aus Großbritannien, den USA, Norwegen und Kanada. Der Niederländer habe die Mädchen dann mit den Aufnahmen erpresst, um sie zu sexuellen Handlungen vor laufender Kamera zu zwingen.
Aydin C. soll auch in den Suizid der 15-jährigen Kanadierin Amanda Todd im Jahr 2012 verwickelt sein. Die Jugendliche hatte in einem millionenfach angeklickten YouTube-Video (siehe oben) geschildert, wie sie nach der Veröffentlichung eines Nacktfotos im Netz gemobbt wurde. Wenige Wochen später nahm sie sich das Leben.
Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Er war 2013 nach einem Hinweis des sozialen Netzwerks Facebook festgenommen worden. Ein Gericht in Amsterdam entschied im Juni, den Angeklagten nach dem Prozess in den Niederlanden zur weiteren Strafverfolgung nach Kanada auszuliefern.
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