In Peru hat die rechtsgerichtete Politikerin Keiko Fujimori das Amt als Präsidentin angetreten. Die neue Staatschefin ist die Tochter des früheren Diktators Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regierte und die Politik seiner Tochter bis heute prägt.
Die 51-Jährige wurde am Dienstag in Lima vereidigt. Ihre Amtszeit läuft bis 2031. An der Zeremonie nahmen mehrere lateinamerikanische Staats- und Regierungschefs teil, darunter Argentiniens Präsident Javier Milei, Chiles Staatschef José Antonio Kast und Boliviens Präsident Rodrigo Paz sowie Spaniens König Felipe VI.
Eine Gruppe linker Abgeordneter verließ aus Protest den Saal. Keiko Fujimori trat bereits zum vierten Mal in Folge bei einer Präsidentschaftswahl an. Sie ist Perus neuntes Staatsoberhaupt binnen zehn Jahren.
Sánchez erkannte Wahlniederlage bisher nicht an
Die Stichwahl am 7. Juni gewann sie nach Angaben der Wahlbehörde mit einem Vorsprung von weniger als 50.000 Stimmen gegen ihren linksgerichteten Rivalen Roberto Sánchez. Fujimori bekam laut dem amtlichen Endergebnis 50,13 Prozent der Stimmen, Sánchez 49,86 Prozent. Der linksgerichtete Politiker hat seine Niederlage bisher nicht anerkannt und will sie anfechten.
Fujimori hat ein hartes Durchgreifen gegen Kriminalität und Einwanderung angekündigt – und wandelt damit auf den Spuren ihres Vaters. „Peru muss die Ordnung auf den Straßen, in den Institutionen und im Staat wiederherstellen“, sagte sie bei der Verkündung ihres Wahlsiegs Anfang Juli.
Fujimori verhängte unmittelbar nach ihrem Amtsantritt den Ausnahmezustand. Das Militär solle während dieser Zeit „vorübergehend die Kontrolle“ in den Kriminalitätshochburgen des südamerikanischen Landes übernehmen, verkündete Fujimori unmittelbar nach ihrer Vereidigung am Dienstag. Die Streitkräfte sollen demnach in Regionen mit hoher Bandenkriminalität, Drogenhandel und illegalem Bergbau wieder für „Ordnung“ sorgen. Sie wolle diese Gebiete „den Bürgern zurückgeben“, sagte Fujimori. Die Ankündigung war die erste Amtshandlung der 51-Jährigen.
„Sie wird ein Abbild ihres Vaters sein“, sagte der Pensionist Cesar Fuentes der Nachrichtenagentur AFP. Er befürchtet, dass das angekündigte Durchgreifen gegen Kriminalität in Machtmissbrauch endet. Die 68-Jährige Nelly Vega hofft hingegen, Fujimori werde das Land „zu etwas Besserem führen“, sagte sie AFP-Reportern. „Wir leben in einem Land mit viel Terror.“
Ihr Vater, Alberto Fujimori, wurde von seinen Anhängern dafür gefeiert, dass er die linken Rebellen besiegte und die Wirtschaft stabilisierte. Dabei griff er jedoch zu antidemokratischen und brutalen Mitteln. Er löste mit Unterstützung des Militärs den Kongress auf, setzte die Verfassung außer Kraft und entließ Richter, um die alleinige Macht zu erlangen. Nach seiner Flucht im Jahr 2000 wurde er wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt. Er starb 2024 – zwei Jahre nach seiner Freilassung.
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