07.02.2017 19:57 |

Seltsames Vorgehen

Fiat-Modelle bei Abgastests in Italien ausgespart

Bei den Abgastests in Italien im Zuge des VW-Dieselskandals sind einige Fahrzeuge des heimischen Herstellers Fiat einem Bericht des italienischen Verkehrsministeriums zufolge ausgelassen worden. Das Dokument war im Oktober an den zuständigen Ausschuss des Europäischen Parlaments übergeben worden. Es wurde nie veröffentlicht.

In dem Bericht werden keine Erklärungen für das Fehlen der Untersuchungsergebnisse von Fiat Chrysler genannt. Dabei geht es um die drei Modelle Jeep Cherokee 2.0, Alfa Romeo Giulietta 1.6 und Lancia Ypsilon 1.3.

Eine Sprecherin des italienischen Verkehrsministeriums sagte, eine endgültige Version sei verfasst worden, um mehr Daten für Fiat-Chrysler-Modelle nach weiteren Tests einzufügen. Das Schriftstück solle in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Der Bericht enthält dagegen Ergebnisse für die Autobauer BWM, Ford, Mercedes-Benz und die GM-Tochter Opel.

Volkswagen hatte vor knapp eineinhalb Jahren auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Dieselabgaswerte mit einer Software manipuliert zu haben. Diese erkennt, ob sich ein Wagen auf dem Prüfstand befindet und hält nur dann die Stickoxid-Grenzwerte ein. Im normalen Straßenverkehr ist der Schadstoffausstoß höher. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Die Aufarbeitung des Skandals kostet den deutschen Konzern allein in Nordamerika umgerechnet bis zu 22 Milliarden Euro.

Die anschließenden Untersuchungen führten auch zu Vorwürfen gegen Fiat Chrysler. Die US-Umweltbehörde EPA beschuldigt den Konzern, in Diesel-Fahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben, die eine Überschreitung des erlaubten Schadstoffausstoßes ermögliche. Das Management bestreitet ein Fehlverhalten.

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