Mo, 16. Juli 2018

"Müssen uns wappnen"

14.11.2016 08:37

Bundesheer will Cyber-Abwehr massiv verstärken

Bewaffnete Angriffe sind längst nicht mehr die einzige Bedrohung, gegen die sich Staaten zu wappnen haben: Kaum eine Woche vergeht ohne Hackerangriffe auf internationale Konzerne oder öffentliche Institutionen. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil plant daher einen massiven Ausbau der Cyber-Abwehr im Bundesheer.

"Cyber-Angriffe sind eine immer größere Bedrohung nicht nur für öffentliche Institutionen und Unternehmen, sondern auch zunehmend für das Militär", so Doskozil am Montag. "Andere staatliche oder nichtstaatliche Akteure rüsten in diesem Bereich immer weiter auf. Wir müssen uns wappnen, denn wer hier keine eigenen Fähigkeiten aufbaut, bleibt militärisch in einem anderen Zeitalter stecken."

Der Ausbau der Cyber-Abwehr ist daher wesentlicher Teil von Doskozils Heeres-Reformplänen. Schon jetzt wehre das Heer pro Jahr bis zu 300 Cyberangriffe ab, Hundertausende verdächtige Aktionen würden registriert und auf potenzielle Gefährdungen abgeklopft. Im Zug der Umstrukturierung des Bundesheeres soll ein eigenes Kommando für den Bereich Cyber-Abwehr geschaffen werden.

Bis 2020 sollen dort und im Heeres-Abwehramt 250 bis 350 zusätzliche neue Mitarbeiter aufgenommen werden, im Endausbau sollen es 1350 sein. Für ihre Ausrüstung mit Hard- und Software sollen bis 2020 mindestens 46 Millionen Euro in die Hand genommen werden, für neue Schulungszentren und Sanierungs- wie Adaptierungsmaßnahmen in bestehenden Anlagen weitere 13,5 Millionen.

"Neue Dimension der militärischen Einsatzführung"
Einerseits habe "das Informationszeitalter auch vor dem Militär nicht halt gemacht", begründet Doskozil die Investitionen. Andererseits würden sich durch die Computerisierung und Vernetzung auch neue Verwundbarkeiten ergeben. "Der Cyberraum wurde als neue Dimension der militärischen Einsatzführung erkannt." Darüber hinaus habe die Landesverteidigung im Bereich Cyber-Abwehr aber auch zusätzliche Aufgaben zu leisten, nicht zuletzt beim Schutz kritischer Infrastruktur - Stichwort Terrorabwehr - oder bei der Koordination in Krisenfällen.

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