Schladming-Festival

Roland Kaiser: „Vorfreude größer als Lampenfieber“

Adabei Österreich
06.06.2026 05:00

Vor seinem einzigen Österreich-Konzert dieses Jahr sprach Schlagerstar Roland Kaiser in Schladming mit der „Krone“ über seine Liebe zu den Bergen, fehlendes Lampenfieber und einen Rat, der ihn bis heute begleitet. Wenig später begeisterte der Schlagerstar rund 11.000 Fans mit einem mehr als zweieinhalbstündigen Konzert – die ausführliche Kritik lesen Sie unten – vor beeindruckender Kulisse.

Wenn Schlager-Ikone Roland Kaiser nach Schladming kommt und im Planai-Stadion auftritt, waren trotz der angekündigten Wetterumschwünge große Gefühle garantiert. Am Freitag gastierte der 74-Jährige mit seiner einzigen Österreich-Show 2026 in der Steiermark und nahm sich kurz nach dem Soundcheck Zeit für ein Gespräch mit der „Krone“.

Souverän und besonders
Von Nervosität war nichts zu spüren: Mit einer Hand in der Hosentasche, das Mikrofon in der anderen, ging Kaiser einige Songs für den Abend durch – gelassen und routiniert. Kurz darauf wurde er mit Blumen, einem Geschenkkorb und einem traditionellen Schladminger Janker (traditionelle Jacke) von den Veranstaltern Klaus Leutgeb und Dieter Semmelmann überrascht. Auch Arnold Schwarzenegger und Robbie Williams haben bereits ein Exemplar erhalten – was für eine Ehre.

Willkommen im „Club der Janker“: Dieter Semmelmann (re.) und Klaus Leutgeb (li.) überreichten ...
Willkommen im „Club der Janker“: Dieter Semmelmann (re.) und Klaus Leutgeb (li.) überreichten Roland Kaiser jene Jacke aus Schladming, die nicht nur Tradition, sondern auch Kultstatus hat.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

Die Begeisterung für Schladming und das Open-Air war jedenfalls spürbar. „Es ist einfach besonders hier. Die Tatsache, dass man sich inmitten der Natur befindet. Ich mag die Strukturen gerne, diese österreichischen Bergstädtchen“, erzählt er. Österreich spielt in seinem Leben ohnehin seit vielen Jahren eine große Rolle.

Wanderfreude und gute Ratschläge
Seit rund 30 Jahren macht Kaiser mit seiner Familie regelmäßig Urlaub in den Alpen, die Liebe zu den Bergen ist also da. „Wir sind schon Bergmenschen, ein bisschen auch Skimenschen, aber eigentlich sind wir eher Wanderer“, verrät er mit einem Lächeln. Die Vorfreude auf den Abend war groß, schließlich wartete vor der beeindruckenden Kulisse ein ausverkauftes Stadion auf ihn. Lampenfieber kennt der Schlagerstar heute kaum noch: „Die Vorfreude ist größer. Bei mir ist es eher so, dass ich mich auf das freue, was dann eben kommt. Da entwickeln sich keine Angstgefühle mehr.“

Auch vor dem Konzert trafen wir den „Kaiser“ sichtlich gut gelaunt.
Auch vor dem Konzert trafen wir den „Kaiser“ sichtlich gut gelaunt.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht Kaiser im Rampenlicht, füllt Hallen und begeistert ganze Generationen. Abgehoben ist er dennoch nie. Einen wichtigen Rat seines ersten Produzenten trägt er bis heute mit sich: „Egal, was dir passiert – beide Beine auf dem Boden lassen und immer daran denken, dass Erfolg nie auf Dauer bleibt.“  Das kann man natürlich so unterschreiben!

Konzertkritik
Ein Kaiserliches Hit-Feuerwerk der Extraklasse

Als kurz nach 20 Uhr die ersten Töne des Intros durch das Planai-Stadion hallen, brandet bereits tosender Applaus auf. Fast 11.000 Fans sind nach Schladming gekommen, um Roland Kaisers einziges Österreich-Konzert des Jahres zu erleben. Die Wetterprognosen hatten zwar Regen angekündigt, doch vorerst bleibt der Himmel trocken. Die Stimmung hingegen ist von Beginn an elektrisiert. Mit „Gegen die Liebe kommt man nicht an“ eröffnet der Schlagerstar den Abend. Seine Stimme wirkt kraftvoll, die Band bestens eingespielt. Unterstützt von Backgroundsängerinnen, Bläsern, Streichern und und alles, was eine große Live-Band zu bieten hat, liefert Kaiser vom ersten Moment an ein beeindruckendes Gesamtpaket.

„Guten Abend und herzlich willkommen. Ich bin sehr glücklich, heute in Schladming meine Premiere zu feiern“, begrüßt er das Publikum. Wenig später fordert er die Fans auf: „Lasst diesen Abend euren Tag auf schönste Art und Weise abrunden.“ Und genau das gelingt. Klassiker wie „Sieben Fässer Wein“, „Südlich von mir“ oder „Santa Maria“ sorgen für Begeisterung. Die Fans klatschen, singen und tanzen mit. Selbst außerhalb des Stadions lauschen zahlreiche Menschen den bekannten Melodien, nachdem sie keine Tickets mehr ergattern konnten.

Zwischendurch wird Roland Kaiser immer wieder nachdenklich. „Das Leben verlangt von uns, dass wir stark sind“, sagt er. Dabei wirkt der 74-Jährige zwar nicht mehr ganz so unbeschwert wie in jungen Jahren, doch genau das macht seinen Auftritt sympathisch. Die jahrzehntelange Bühnenerfahrung ist in jeder Minute spürbar.

11.000 Menschen und ein Kaiser: Nach Scooter und Sarah Connor begeisterte Roland Kaiser als ...
11.000 Menschen und ein Kaiser: Nach Scooter und Sarah Connor begeisterte Roland Kaiser als dritter Kultstar im Planai-Stadion in Schladming.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

Vokuhila und 80er
Für die emotionalen Höhepunkte sorgen Balladen wie „Liebe kann uns retten“ oder „Lasst uns reden“. Viele Zuschauer schwenken Tücher, andere halten ihre Handys in die Höhe. Besonders die Musikerinnen und Musiker der Band erhalten immer wieder ihre großen Momente. Ob Geige, Saxofon oder Trompete – jede Passage sitzt. Bei „Alles, was du willst“ zeigt sich einmal mehr, wie textsicher das Publikum ist. Kaum ein Refrain, der nicht lautstark mitgesungen wird. Als Kaiser anschließend bemerkt, dass wieder viele Menschen auf ihre Handys schauen, gibt er dem Publikum einen kleinen Denkanstoß mit auf den Weg: „Vielleicht sollten wir mehr miteinander reden und öfter aufs Handy verzichten.“

Natürlich darf auch die Nostalgie nicht fehlen. Mit einem Augenzwinkern blickt der Sänger auf die 1980er-Jahre zurück. „Viele von euch kennen die Achtziger wahrscheinlich nur aus Dokumentationen. Ich habe sie erlebt. Das war eine wilde Zeit. Man trug Vokuhila – ich auch“, scherzt er unter großem Gelächter.

Zwischen swingigen Arrangements und großen Schlagerhits nahm sich Roland Kaiser für „Bis zum ...
Zwischen swingigen Arrangements und großen Schlagerhits nahm sich Roland Kaiser für „Bis zum nächsten Mal“ besonders viel Zeit. Die Fans dankten es ihm mit minutenlangem Applaus.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

Als leichte Regentropfen vom Himmel fallen und man denkt, jetzt kommt ein Gewitter, lässt sich trotzdem niemand die Stimmung verderben. Die Fans bleiben, singen weiter und genießen den Abend. Schließlich wäre es auch kaum vorstellbar, das einzige Österreich-Konzert des Jahres vorzeitig zu verlassen. Besonders persönlich wird es, als der 74-Jährige von seinen Anfängen erzählt und mit „Schachmatt“ jenen Song präsentiert, den er Ende der 1970er-Jahre selbst geschrieben hat. Überhaupt wirkt der Abend wie eine musikalische Reise durch mehr als fünf Jahrzehnte Karriere.

Tenne-Friends-Betreuer Sepp Spielbichler, Kultur- und Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl ...
Tenne-Friends-Betreuer Sepp Spielbichler, Kultur- und Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl mit Ehefrau Elisabeth sowie geschäftsführender „Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann mit Ehefrau Karin.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

Ein Finale mit ganz viel Kaiser-Gefühl
Nach mehr als zwei Stunden Konzertdauer ist von Müdigkeit kaum etwas zu spüren. Höhepunkte wie „Warum hast du nicht Nein gesagt“, „Joana“, „Midnight Lady“ oder „Ich glaub, es geht schon wieder los“ verwandeln das Stadion endgültig in einen riesigen Chor. Tausende Stimmen übernehmen die Refrains, während Kaiser die Begeisterung sichtlich genießt.

Gegen Ende wird es noch einmal nachdenklich. „Wir werden jeden Tag mit bedrohlichen Nachrichten konfrontiert. Wir sollten viel optimistischer sein“, gibt Kaiser dem Publikum mit auf den Weg. Doch Schluss ist damit noch lange nicht.

Unter minutenlangem Applaus kehrt der Schlagerstar noch einmal auf die Bühne zurück. Mit „Bis zum nächsten Mal“ setzt er schließlich den passenden Schlusspunkt – in Überlänge, mit viel Gefühl und einer letzten großen Geste an sein Publikum. Kaiser bedankt sich für diese „unglaubliche Premiere“ in Schladming, stellt noch einmal seine zwölfköpfige Band und Backroundsängerinnen vor und ruft den Fans zu: „Bleibt so, wie ihr seid.“

Fazit: Am Ende war klar: Der Kaiser hatte Schladming verzaubert. Mit großen Hits, starken Musikern, Nostalgie und jeder Menge Gefühl lieferte Roland Kaiser einen Abend der Extraklasse. „Unglaublich“, schwärmte ein Fan. „Na kein Wunder, der macht das ja nicht zum ersten Mal“, meinte ein anderer. Schladming lag ihm an diesem Abend jedenfalls zu Füßen – ganz ohne Krone, aber mit ganz viel Kaiser-Gefühl.

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