In Vorarlberg wurde eine bisher unbekannte Schmetterlingsart entdeckt. Der Falter namens Symmoca schmidi konnte erst durch genetische Analysen im Rahmen eines großen Forschungsprojekts identifiziert werden.
Es ist eine kleine Sensation: Eine erst im April wissenschaftlich beschriebene Schmetterlingsart wurde nun auch in Vorarlberg nachgewiesen. Sie trägt den Namen Symmoca schmidi und kommt hauptsächlich in den Ostalpen vor. Benannt wurde sie nach dem Schweizer Forscher Jürg Schmid. Die Raupen leben in alpinen Gebieten unter flachen Steinen, wo sie sich von Moosen und Flechten ernähren.
Lange Zeit wurde Symmoca schmidi nicht als eigenständige Art erkannt, da sie anderen Faltern äußerlich stark ähnelt. Erst genaue genetische Untersuchungen brachten die Gewissheit. Der nur wenige Millimeter große Falter hat helle, beigefarbene Flügel mit braunen Sprenkeln. Diese Färbung dient als perfekte Tarnung.
Einzigartiges DNA-Projekt in Österreich
Die Identifizierung war Teil der ersten genetischen Bestandsaufnahme von Schmetterlingen in Österreich. Das Forschungsprojekt wurde von den Tiroler Landesmuseen geleitet. In den vergangenen 15 Jahren erstellte das Team sogenannte DNA-Barcodes von insgesamt 3591 Arten. Das sind rund 85 Prozent aller in Österreich bekannten Schmetterlingsarten. Für diese umfassende genetische Bibliothek wurden fast 25.000 einzelne Schmetterlinge untersucht. Mit etwa 4200 bekannten Arten gehört Österreich zu den artenreichsten Ländern in ganz Europa.
Weitere Entdeckungen sind wahrscheinlich
Das Projekt hat bereits zu bemerkenswerten Ergebnissen geführt. So konnten schon 14 für die Wissenschaft komplett neue Arten beschrieben werden. Bei 93 Prozent der untersuchten Schmetterlinge bestätigten die genetischen Daten die bisherigen Bestimmungsmethoden. Allerdings fehlen noch die Gendaten von rund 600 Arten. Viele davon gelten als ausgestorben oder sind extrem selten, weshalb kein Material für eine Untersuchung zur Verfügung steht. Besonderes Interesse wecken zudem etwa 40 Arten, die sich bisher weder äußerlich noch genetisch eindeutig zuordnen ließen. Dies deutet darauf hin, dass es noch weitere unentdeckte Arten geben könnte.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.