French Open 2026

6:3, 6:2! Andrejewa gewinnt einseitiges Finale

Tennis
06.06.2026 16:49
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Spannung schaut anders aus: Mirra Andrejewa hat das Damen-Finale bei den mit 61,72 Millionen Euro dotierten French Open 2026 eindrucksvoll eindeutig für sich entschieden! Die 19-jährige Russin besiegte die polnische Qualifikantin Maja Chwalińska klar mit 6:3 und 6:2 und ist damit DAS neue Sieger-Gesicht auf Grand-Slam-Ebene …

Die diesjährige Linz-Siegerin kassierte für den Major-Premierensieg 2,8 Millionen Euro, Chwalinska freute sich über die Hälfte. Andrejewa klettert auf WTA-Rang 6, ihre Gegnerin von 114 auf 21.

Andrejewa gratulierte in einer langen Siegerinnen-Rede auch Chwalinska zu ihrem Sensationslauf. „Gratuliere, Maja. Du hattest aufregende drei Wochen und hast so gute Spielerinnen geschlagen.“ Doch natürlich war die Freude über ihren ersten Titel bei einem der vier Grand-Slam-Turniere alles überstrahlend. „Seit ich sehr jung war, habe ich Roland-Garros-Matches angeschaut und habe davon geträumt, hier zu spielen. Ich kann nicht glauben, dass ich diese Trophäe jetzt in Händen halte“, sagte die 19-Jährige, die den Pokal von Ex-Siegerin Mary Pierce erhalten hatte.

Andrejewa dankte vielen und vor allem sich selbst
Andrejewa dankte u.a. ihrem Coach Conchita Martinez und ganz offen auch ihrer in Florida weilenden Psychologin Alexis. Und dann, das hatte sie auch schon in Linz gemacht, kam der Dank an sich selbst. „Ich danke mir, dass ich an mich geglaubt habe, immer 100 Prozent gegeben habe, und versuche, jeden Tag besser zu werden. Ich habe viele Dämonen in mir bekämpft und wie nervös ich war“, gestand die Russin, auf deren Jacke dieser Dank auch als Spruch „Ich möchte mir selbst danken. Mirra“ gedruckt war. Was nicht als Überheblichkeit, sondern als Demut gewertet werden soll.

(Bild: Kronen Zeitung)

Chwalinska hatte zuvor ihrer Bezwingerin Rosen gestreut. „Mirra, du bist so jung und so talentiert und das nervt so“, scherzte sie. „Ich wünschte, ihr hättet heute ein besseres Match gesehen, aber Mirra war einfach zu gut, also denke ich, ist es ihr Fehler. Ich werde diese drei Wochen nie vergessen.“

Finale begann mit „Mondbällen“
Erst nach 25 Minuten und im fünften Game setzte sich in einem von starkem Wind beeinträchtigten Finale die Aufschlägerin durch. Nach vier Breaks en suite war es die Außenseiterin Chwalinska, die als Nummer 114 der Welt in die Qualifikation für das zweite Major gegangen war, die erstmals den Aufschlag durchbrachte.

Hohe „Mondbälle“, also sehr hohe Topspin-Schläge dominierten in dieser Phase das Match. Vor den Augen von u.a. US-Schauspielstar Brad Pitt gab die mit viel Spielwitz agierende Chwalinska dann zum 3:4 neuerlich das Service ab und erstmals bestätigte Andrejewa zum 5:3 ein Break. Die Russin blieb nun offensiv und holte zu null Break Nummer 4 und Satz 1 nach 42 Minuten.

Ab dem 3:3 im ersten Satz holte Andrejewa nicht weniger als acht Games en suite und ging im zweiten Durchgang innerhalb von nur 21 Minuten 5:0 in Führung. Chwalinska gelang noch das Ehrengame, ehe sich ihre Kontrahentin nach 82 Minuten die Coupe Suzanne Lenglen für den Triumph in Roland Garros sicherte.

Chwalinska verpasste zehnten Sieg en suite
Für Chwalinska endete ein märchenhafter Lauf nach neun Siegen en suite aus der Qualifikation heraus. Die 24-Jährige ist förmlich für ihre frühere Doppelpartnerin und Landsfrau Iga Swiatek in die Bresche gesprungen. Eigentlich war Letztere eine der Favoritinnen gewesen – hatte sie doch in Roland Garros schon viermal triumphiert -, diesmal kam das Aus von Swiatek schon im Achtelfinale.

Die Einzel-Finali der Frauen bei den French Open seit 1995:

  • 1995 – Steffi Graf (GER) – Arantxa Sanchez-Vicario (ESP) 7:5, 4:6, 6:0
  • 1996 – Steffi Graf (GER) – Arantxa Sanchez-Vicario (ESP) 6:3, 6:7, 10:8
  • 1997 – Iva Majoli (CRO) – Martina Hingis (SUI) 6:4, 6:2
  • 1998 – Arantxa Sanchez-Vicario (ESP) – Monica Seles (USA) 7:6, 0:6, 6:2
  • 1999 – Steffi Graf (GER) – Martina Hingis (SUI) 4:6, 7:5, 6:2
  • 2000 – Mary Pierce (FRA) – Conchita Martinez (ESP) 6:2, 7:5
  • 2001 – Jennifer Capriati (USA) – Kim Clijsters (BEL) 1:6, 6:4, 12:10
  • 2002 – Serena Williams (USA) – Venus Williams (USA) 7:5, 6:3
  • 2003 – Justine Henin-Hardenne (BEL) – Kim Clijsters (BEL) 6:0, 6:4
  • 2004 – Anastasia Myskina (RUS) – Jelena Dementjewa (RUS) 6:1, 6:2
  • 2005 – Justine Henin-Hardenne (BEL) – Mary Pierce (FRA) 6:1, 6:1
  • 2006 – Justine Henin-Hardenne (BEL) – Swetlana Kusnezowa (RUS) 6:4, 6:4
  • 2007 – Justine Henin-Hardenne (BEL) – Ana Ivanovic (SRB) 6:1, 6:2
  • 2008 – Ana Ivanovic (SRB) – Dinara Safina (RUS) 6:4, 6:3
  • 2009 – Swetlana Kusnezowa (RUS) – Dinara Safina (RUS) 6:4, 6:2
  • 2010 – Francesca Schiavone (ITA) – Samantha Stosur (AUS) 6:4, 7:6(2)
  • 2011 – Li Na (CHN) – Francesca Schiavone (ITA) 6:4, 7:6(0)
  • 2012 – Maria Scharapowa (RUS) – Sara Errani (ITA) 6:3, 6:2
  • 2013 – Serena Williams (USA) – Maria Scharapowa (RUS) 6:4, 6:4
  • 2014 – Maria Scharapowa (RUS) – Simona Halep (ROM) 6:4, 6:7(5), 6:4
  • 2015 – Serena Williams (USA) – Lucie Safarova (CZE) 6:3, 6:7(2), 6:2
  • 2016 – Garbine Muguruza (ESP) – Serena Williams (USA) 7:5, 6:4
  • 2017 – Jelena Ostapenko (LAT) – Simona Halep (ROM) 4:6, 6:4, 6:3
  • 2018 – Simona Halep (ROM) – Sloane Stephens (USA) 3:6, 6:4, 6:1
  • 2019 – Ashleigh Barty (AUS) – Marketa Vondrousova (CZE) 6:1, 6:3
  • 2020 – Iga Swiatek (POL) – Sofia Kenin (USA) 6:4, 6:1
  • 2021 – Barbora Krejcikova (CZE) – Anastasia Pawljutschenkowa (RUS) 6:1, 2:6, 6:4
  • 2022 – Iga Siwatek (POL) – Cori Gauff (USA) 6:1, 6:3
  • 2023 – Iga Swiatek (POL) – Karolina Muchova (CZE) 6:2, 5:7, 6:4
  • 2024 – Iga Swiatek (POL) – Jasmine Paolini (ITA) 6:2 ,6:1
  • 2025 – Coco Gauff (USA) – Aryna Sabalenka (BLR) 6:7(5), 6:2, 6:4
  • 2026 – Mirra Andrejewa (RUS) – Maja Chwalinska (POL) 6:3, 6:2

Jüngste French-Open-Siegerin seit Seles
Andrejewa ist mit 19 Jahren und 39 Tagen die jüngste Siegerin bei den French Open seit Monica Seles vor 36 Jahren. „Dieser Ort wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben“, meinte sie. Die aus dem sibirischen Krasnojarsk stammende Spielerin ist die vierte Russin, die in Roland Garros triumphiert – nach Anastasia Myskina (2004), Swetlana Kusnezowa (2009) sowie zweimal Maria Scharapowa (2012 und 2014). Es dürfte nicht ihr letzter großer Titel bleiben, sie bewies in den vergangenen zwei Wochen enorme Reife für ihr Alter und gab im Turnier nur einen Satz ab.

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