Jahrhundertelang waren die Redoutensäle in der Hofburg das Prunkstück der Veranstaltungsräume in Wien. Wie das Wirtschaftsministerium als Eigentümer nun aber einräumt, bleiben sie bis auf Weiteres eine Ruine. Und das ist nicht die einzige unangenehme Wahrheit, die das Ministerium jetzt zugeben muss.
Kongresse, Bälle, internationale Gipfeltreffen: Für all das und mehr, wie die Hochzeitstafel von Kaiserin Maria Theresia, waren die drei Redoutensäle in der Hofburg stets die erste Adresse. Nicht einmal der Großbrand 1992 ließ das Veranstaltungs-Flaggschiff untergehen. Doch von 2017 bis 2023 waren die Säle das Ausweichquartier des Parlaments, mit umfangreichen Umbauten. Und seither geschah: nichts.
„Es existiert kein Zeitplan“
Die Säle fehlen den Wienerinnen und Wienern ebenso wie Veranstaltern und damit der Wirtschaft der Stadt (die „Krone“ berichtete). Die Burghauptmannschaft als „Hausmeister“ und das Wirtschaftsministerium als Hausherr hielten bisher mit ihren Plänen für die Renovierung der Säle hinter dem Berg. Nun muss das Ministerium aber in den Antworten an eine parlamentarische Anfrage der Grünen Elisabeth Götze zugeben: Es gibt keine Pläne.
Die Antwort von Minister Hattmannsdorfer zeigt: Die Redoutensäle bleiben auf absehbare Zeit stillgelegt. Für die Sanierung gibt es keinen Zeitplan.

Elisabeth Götze, Wirtschaftssprecherin der Grünen
Bild: Die Grünen
Götzes Frage, welche Sanierungsmaßnahmen konkret nötig wären, lässt Minister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) gleich ganz unbeantwortet. Dafür räumt er ein: „Mangels Budget existiert derzeit kein detaillierter Zeitplan.“ Die Kosten für die Sanierung werden auf 45,5 Millionen geschätzt, und zwar auf der Preisbasis von Dezember 2030 – also erst nach Ende der (planmäßigen) Amtszeit der jetzigen Regierung.
Parlament zahlte seine Schuld schon
Selbst nach dem Beginn einer Sanierung würden drei bis vier Jahre bis zur Wiedereröffnung vergehen, schätzt das Ministerium. Nur andeutungsweise wird in der Anfragebeantwortung der traurige Zustand der Säle geschildert: Kein Boden im großen Saal, Bohrungen in den Wänden, bauliche Veränderungen, „oberflächliche“ Schäden und andere „sichtbare Folgen“ der Um- und Rückbauten für die Nationalratsabgeordneten.
Der Frage, wer die Sanierung bezahlen muss, wich das Ministerium bisher aus. Durch die Anfrage muss es Farbe bekennen: Das Parlament habe seinen „pauschalen Investitionskostenzuschuss“ schon geleistet, die Sanierung müsse „der Bund“ bezahlen. Wofür die vom Parlament schon bezahlten zwölf Millionen Euro verwendet wurden, bleibt offen. Für die gesperrten Säle fallen laut dem Ministerium jährlich rund 10.000 Euro Kosten an. Der entgangene Gewinn aus Vermietungen geht jedoch in die Millionen.
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