Bike-Tipps

Sicher biken in der Gruppe

Motor
19.03.2008 14:40
Motorradtouren in größeren Gruppen sind ein Riesenspaß, aber bisweilen gefährlich, weil ein Fehler zu einer Kettenreaktion führen kann. Beispiel: Im Herbst hat sich im Bosrucktunnel ein "Motorrad-Massensturz" ereignet. In einer Gruppe von 20 Lenkern kam ein Biker zu Sturz, weil er zu stark abbremste, nachdem sich sein Helmvisier beschlagen hatte. Daraufhin stürzten auch acht nachkommende Motorradfahrer.

"Das Fahren in der Gruppe will gelernt sein", so Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor beim ÖAMTC. "Gröbere Zwischenfälle gibt es immer wieder, wenn Grundlegendes falsch gemacht wird. Die Gruppen sind oft zu groß und inhomogen. Zu geringer Sicherheitsabstand und falsche Blicktechnik lösen im schlimmsten Fall eine Kettenreaktion aus."

Hier die Tipps des Motorrad-Experten für eine sichere Ausfahrt in der Gruppe:

  • Homogenes Team: Sowohl in Bezug auf Fahrkönnen als auch auf Motorleistung muss die Gruppe gut zusammenpassen. 
  • Optimale Gruppengröße: Wichtig ist, dass die Gruppe nicht zu groß ist. Maximal fünf Biker sollten gemeinsam unterwegs sein. Größere Gruppen am besten unterteilen, zu einem verabredeten Zeitpunkt wieder treffen. 
  • Fahrtroute vorher genau festlegen: Jeder in Gruppe soll genau wissen, wohin die Tour geht, wo genau Pausen geplant sind und die der Streckenverlauf ausschaut. So besteht keine Gefahr, gefährliche Aufholjagden machen zu müssen oder verloren zu gehen. 
  • Pole-Position für den Schwächsten: Sei es wegen der kleineren PS-Zahl oder wegen geringerer Fahrerfahrung – der Schwächste bestimmt das Tempo. Nur so können wirklich alle mithalten. Am besten werden die Positionen in der Gruppe bis zum nächsten Stopp so eingehalten. 
  • Versetzt fahren: Innerhalb des Fahrstreifens in der Gruppe versetzt fahren. Der Blick des hinteren Fahrers ist frei auf die Fahrbahn vor ihm und auf mögliche Gefahrenquellen gerichtet. 
  • Ausreichend Abstand halten: Das ist die Sicherheitsregel Nummer eins. Jederzeit stehen bleiben zu können, kommt gleich als zweite Regel. 
  • Richtige Blicktechnik: Auch in der Gruppe fährt man so, als ob man alleine unterwegs wäre. Nicht die Verantwortung abgeben und dem Vordermann blind folgen. Sonst folgt man auch dessen Fahrfehler. 
  • Gefahrloses Überholen: Jeder muss für sich prüfen, ob sich ein gefahrloses Manöver ausgeht. Blindes "Hinten-Nach-Überholen" ist Harakiri. 
  • Pausen machen. Auf langen Fahrten lässt die Konzentration nach. Nach einer Stunde Fahrtzeit eine Pause einlegen, lautet eine Faustregel. Bei sommerlichen Temperaturen benötigt der Körper auch ausreichend Flüssigkeit. 
  • Notstopp-Zeichen verabreden: Für den Fall, dass ein Biker eine außertourliche Pause (z.B. Tanken, WC) benötigt, sollten Signale ausgemacht werden, etwa mit der Hand. 
  • "Freunde, es geht mir zu schnell": In der Gruppe braucht es einigen Mut, auf einer Temporeduktion zu beharren. Trotzdem: Es ist absolut legitim, die anderen Biker zu bremsen und langsamer fahren zu wollen.
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